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40 Prozent der Bankfilialen von Schließungen bedroht – Studie

© CC0 / QuinceCreative / PixabaySchweinchen (Symbolbild)
Schweinchen (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.06.2021
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Corona hat die Probleme europäischer Banken drastisch verschärft. Die Gewinne im Jahr 2020 sind noch stärker gesunken, und die traditionelle Bankfiliale steht kurz vor dem Aus. Auf Mitarbeiter und Kunden der europäischen Banken kommt laut einer Untersuchung die bisher größte Welle von Filialschließungen zu.
Bis 2023 könnten Privatbanken bis zu 40 Prozent ihrer Geschäftsstellen schließen, sagen Finanzfachleute der Unternehmensberatung „PWC Strategy&“ in einer am Dienstag erschienenen Analyse des Bankensektors voraus.
Demnach sei der Durchschnittsgewinn pro Kunde im Corona-Jahr 2020 um acht Prozent auf 193 Euro abgesackt – auch die Umsätze seien zurückgegangen. Ursachen für den Einbruch seien die gesunkene Zahl internationaler Transaktionen und Kreditkartenzahlungen sowie weniger Nachfrage bei Verbraucherkrediten.
Die Lage sei nicht überall gleich. Doch gerade der deutsche Bankensektor stehe der Studie zufolge ziemlich schlecht da. In der Schweiz brachte ein Kunde im Schnitt 444 Euro Gewinn, in Österreich leicht überdurchschnittliche 208 Euro, in Deutschland dagegen unterdurchschnittliche 172 Euro.
Studienautor Andreas Pratz und seine Kollegen haben rund 50 Privatkundenbanken und Bankengruppen untersucht – mit insgesamt 690 Millionen Kunden sowie geschätzten Privatkundeneinlagen und Kreditvolumina in Höhe von 18 Billionen Euro. In der Analyse wurden Banken aus 15 Ländern in Europa einbezogen – zu Vergleichszwecken auch in Nordamerika und Australien.
Viele europäische Geldhäuser würden seit Jahren unter dem grundsätzlichen Problem schrumpfender Umsätze leiden, stellen die Autoren fest. Allerdings sei das nicht generell der Fall. Laut der Studie schaffte es etwa ein Viertel der Banken, die Umsätze zu steigern.
Die sinkenden Margen würden nach Einschätzung der Unternehmensberater den Kostendruck ganz erheblich verstärken. Dabei verweisen sie auf die bereits angekündigten umfangreichen Stellenstreichungsprogramme vieler Großbanken von der Deutschen Bank bis zur französischen Societé General. Die Zahl der Bankfilialen in Europa könnte so bis 2023 von knapp 60.000 auf nur noch 36.000 sinken.
Das traditionelle Geschäftsmodell, wonach die Banken in ihren Filialen auf das persönliche Treffen mit der Kundschaft setzen, soll sich laut der Studie in Zukunft umkehren. „Anstatt durch die besten Standorte möglichst viele Kunden in die Filialen zu locken, werden zukünftig durch gezieltes Online-Marketing Kundenkontakte gewonnen“, erklärt Pratz in einer Pressemitteilung.
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