Wegen Aufruf, Lutze nicht zu wählen: Linken-Politiker üben Kritik an Lafontaine

CC BY 2.0 / Dirk Vorderstraße / Flickr / Oskar Lafontaine (Archivbild)
Oskar Lafontaine (Archivbild) - SNA, 1920, 08.06.2021
Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, sowie der ehemalige Vorsitzende der Partei, Bernd Riexinger, haben gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland die jüngsten Aussagen des Vorsitzenden der Linksfraktion im saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine, mit dem Aufruf zur Nicht-Wahl kritisiert.
Zum jüngsten Aufruf von Lafontaine, den saarländischen Spitzenkandidaten Thomas Lutze nicht zu wählen, äußerte sich Bartsch wörtlich:
„Ich finde es falsch, dazu aufzurufen, die Linke nicht zu wählen.“
Auch der Ex-Linken-Bundesvorsitzende Bernd Riexinger kritisierte Lafontaines Aufruf. Laut seinen Worten kann man nicht als Fraktionsvorsitzender dazu aufrufen, die eigene Partei nicht zu wählen.
„Wenn einem der Kandidat nicht gefällt, dann muss man sich eben bemühen, Mehrheiten für einen anderen Kandidaten zu gewinnen“, erläuterte er.

Hintergrund

Der Linke-Fraktionschef im Saarland, Oskar Lafontaine, hatte zuvor dazu aufgerufen, die Wahl des Spitzenkandidaten der Saar-Linken für den Bundestag, Thomas Lutze, zu verweigern.
„Bei der kommenden Bundestagswahl kann Kandidat Lutze nicht unterstützt werden“, werden die Aussagen von Lafontaine unter anderem auf der Webseite der Linke angeführt. Er fügte hinzu:
„Jeder, der bei der kommenden Bundestagswahl im Saarland bei der Zweitstimme DIE LINKE ankreuzt, stimmt für den Kandidaten Lutze und damit für eine Politik und ein Verfahren innerparteilicher Willensbildung, die von Sahra Wagenknecht und mir grundsätzlich abgelehnt werden.“
Thomas Lutze war am Sonntag bei einer Mitgliederversammlung mit 55,6 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Landesliste für die Bundestagswahl gewählt worden.
Oskar Lafontaine (Archivbild) - SNA, 1920, 07.06.2021
Lafontaine gegen die Wahl eines Linke-Bundestagskandidaten – wegen Mitglieder-Bestechung
Die Staatsanwaltschaft ermittelt laut DPA gegen ihn wegen des Anfangsverdachts der Urkundenfälschung. Laut Behördenangaben geht es dabei um Listen über Beitragszahlungen von Parteimitgliedern aus 2018 und darum, wer dort diverse Unterschriften geleistet hat. Lutze hat jegliche Vorwürfe bestritten.
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