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„Das finde ich ekelhaft!“ – Wagenknecht für Abrechnung mit AfD bei „Anne Will“ gefeiert

CC BY-SA 2.0 / DIE LINKE Nordrhein-Westfalen / FlickrSahra Wagenknecht bei einer Kundgebung (Archivbild)
Sahra Wagenknecht bei einer Kundgebung (Archivbild) - SNA, 1920, 07.06.2021
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Bei „Anne Will“ hat die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht am Sonntag die AfD und den AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla auseinandergenommen und wird von den Medien und im Netz nun gutgeheißen. Was hat sie so Besonderes gesagt?
„Wenn Wagenknechts AfD-Abrechnung zum Highlight der Sendung wird“, schreibt der „Tagesspiegel“ am Montag fast mit Genuss. „Sahra Wagenknecht bläst AfD-Parteichef den Marsch“, lobt etwa der Fernsehsender „Der Westen“. Bei „Anne Will“ durfte Wagenknecht am Sonntagabend für die Linke sprechen, die bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vorläufig nur elf Prozent einkassierte. Die Linke, die sich wohl schon immer als Interessenverwalter der Ostdeutschen verstanden hat.
Neben Wagenknecht waren der Ministerpräsident von Hessen, Volker Bouffier (CDU), der Grünen-Chef Robert Habeck und der AfD-Parteivorsitzende Tino Chrupalla mit dabei. Es ging nicht zuletzt um die Äußerung des Ostbeauftragten der Bundesregierung, die Ostdeutschen seien „diktatursozialisiert“ und deswegen auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht in der Demokratie angekommen. Gemeint waren damit allerdings vor allem die AfD-Wähler.

Wagenknecht zu Chrupalla: „Sie sind ein Totalausfall“

So warf Wagenknecht der AfD vor, sich als die große Opposition hinzuzustellen, aber im Bundestag regelmäßig gegen die sozialen Themen zu stimmen.
„In den sozialen Fragen sind Sie ein Totalausfall“, merkte Wagenknecht an.
„Ich finde, zu Sachsen-Anhalt muss man schon deutlich sagen“, sprach sie weiter zu Chrupalla, „dass das wirklich ein Landesverband ist, wo in extremer Weise die Neonazi-Szene präsent ist. Ihr Spitzenkandidat hat sich in einer Facebook-Gruppe wohlgefühlt, die es witzig fand, das Bild des von den Nazis ermordeten Mädchens Anne Frank auf eine Pizzaschachtel zu montieren und darunter zu schreiben: ‘ofenfrisch’. Das finde ich so widerwärtig, das finde ich so ekelhaft, und wenn Sie mit solchen Leuten antreten, dann können Sie nicht so hier sitzen und so tun, als seien Sie hier die große bürgerliche konservative Opposition. Das sind Sie nicht. Solange Sie solche Typen in ihrer Partei haben, ist es völlig berechtigt, dass jemand Sie darauf anspricht, und Sie machen das ganz bewusst, dass Sie sich davon nicht distanzieren, weil Sie auch dieses Milieu haben und ansprechen wollen.“
Schweigend und leicht lächelnd hörte Chrupalla ihr zu. Weiter sagte Wagenknecht dazu:
AfD-Wahlplakat (Archivbild) - SNA, 1920, 07.06.2021
Facebook sperrt AfD-Spitzenkandidaten vor Wahl in Sachsen-Anhalt
Schweigend und leicht lächelnd hörte Chrupalla ihr zu. Weiter sagte Wagenknecht dazu:

„Was ich allerdings noch schlimmer finde, ist eben, dass tatsächlich eine Partei, die solche Typen als Spitzenkandidaten aufgestellt, natürlich von diesem Unmut, Frust und dieser Hilflosigkeit profitieren, die viele Menschen spüren, und es ist ja schon prägnant, wenn etwa 50 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt die Parteien im Landtag gar nicht gewählt haben.“

Es ist aber nicht das ostdeutsche Problem, sondern viele Menschen im Lande würden sich von der Politik im Stich gelassen fühlen, sogar verraten und verkauft fühlen, weil sie keine Stimme hätten und schon vor Corona wirtschaftlich und finanziell Probleme gehabt hätten.
Chrupalla wusste auf Wagenknechts Vorwürfe kaum Gegenargumente zu liefern, sondern reagierte er dagegen mit der Unterstützung für Warnungen vor Corona-Impfungen und einem Vorschlag, dass die Flüchtlingskinder in Sonderklassen unterrichtet werden müssten.
Für ihren Auftritt wurde Wagenknecht weitgehend auch in den sozialen Netzwerken gelobt.
„Chrupalla grinst, dieser dumme Mensch! Wagenknecht nagelt ihn hier an die Wand, wie Journalisten das nie hinkriegen“, kommentierte etwa der Anwalt Marcus Pretzell.
„Ich vermute mal stark, Sahra #Wagenknecht hätte als Kanzlerin einen besseren Job gemacht als Angela Merkel“, wünscht sich die Nutzerin Linnéa Findeklee.
„Frau Wagenknecht ist quasi alles, was Frau Baerbock nicht ist. Klug, fundiert, ehrlich, sympathisch“, findet der Nutzer Vincent Hallow.
„Der zuckende Mund, als Wagenknecht die widerliche Diffamierung Anne Franks beschreibt, sagt alles, was man wissen muss“, kommentierte ihrerseits die Publizistin Natascha Ströbl die Haltung von Chrupalla.
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