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Kölner Erzbischof Woelki will im Amt bleiben

© AP Photo / Andrew MedichiniKardinal Rainer Maria Woelki
Kardinal Rainer Maria Woelki - SNA, 1920, 06.06.2021
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Auch nach dem Rücktrittsgesuch des Münchner Kardinals Reinhard Marx ist der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki offenbar zum Weitermachen entschlossen. Dies ist seiner Botschaft zu entnehmen, die das Kölner Domradio am Sonntag veröffentlichte.
In seiner Erklärung lässt Woelki keinen Zweifel daran, dass er sich weiter an der Spitze des größten deutschen Bistums sieht:
„Hier in unserem Erzbistum werde ich als Bischof alles dafür tun, dass die Aufarbeitung weitergeht und ich und wir dem Auftrag Jesu gerecht werden, die Schwachen zu schützen und Missbrauch zu verhindern. Dafür will ich meine ganze Kraft einsetzen.“
Als Bischof trage er mit die Verantwortung, dass „es anders“ werde. Er wolle „die Veränderungen vorantreiben“.
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Als Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hatte Reinhard Marx dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Woelki hätte für einen solchen Schritt nach Meinung seiner Kritiker deutlich mehr Gründe, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Das Verhältnis zwischen dem konservativen Kardinal und der Mehrheit der Gläubigen in seinem Bistum gelte als zerrüttet, in den vergangenen Monaten kam es zu einer Welle von Kirchenaustritten.
Den Reformprozess der deutschen Katholiken, den Synodalen Weg, erwähnt Woelki mit keinem Wort. Marx und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hatten laut der DPA am Freitag betont, dass fundamentale Reformen für die katholische Kirche unerlässlich seien. Woelki gilt jedoch neben dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer als entschiedenster Kritiker des Reformprozesses.
Der Kölner Erzbischof verweist stattdessen auf die weltweite Bischofssynode, die der Papst für die nächsten drei Jahre angesetzt habe.
„Diese Debatte ist auch dort richtig verortet, da wir eine Weltkirche sind“, so Woelki.
Er hatte in der Vergangenheit mehrfach davor gewarnt, dass der Synodale Weg der deutschen Katholiken zu einer Abspaltung von der Weltkirche führen könne. Bätzing hatte das entschieden zurückgewiesen.
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Tiefe Vertrauenskrise

Das Erzbistum Köln befindet sich seit vielen Monaten in einer tiefen Vertrauenskrise, die sich in einer Welle von Kirchenaustritten spiegelt. Die Krise begann damit, dass Woelki eine von ihm selbst in Auftrag gegebene Untersuchung zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs zurückhielt. Dafür führte er rechtliche Bedenken an.
Ein neues Gutachten, das im März veröffentlicht wurde, sprach Woelki von Pflichtverletzungen frei, während es den Hamburger Erzbischof Heße belastete, der daraufhin seinen Rücktritt anbot. Die Krise im Erzbistum Köln endete damit aber nicht, weil immer neue Vorwürfe gegen Woelki erhoben wurden. Zuletzt hatten 14 der 15 Kreis- und Stadtdechanten von Woelki „persönliche Konsequenzen“ gefordert.
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