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Nach gewaltsamer Festnahme von Journalistin in Ost-Jerusalem: Scharfe Kritik an Israel

© AP Photo / Maya AlleruzzoIsraels Polizei (Archiv)
Israels Polizei (Archiv) - SNA, 1920, 06.06.2021
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Die israelische Polizei sieht sich nach der Festnahme einer Korrespondentin des katarischen TV-Senders Al-Dschasira bei einer Demonstration im arabisch geprägten und von Israel annektierten Viertel Scheich Dscharrah in Ost-Jerusalem mit schweren Vorwürfen konfrontiert.
Givara Budeiri ist jetzt laut dem Sender wieder auf freiem Fuß, nachdem sie mehrere Stunden in Haft verbringen musste. Ihr wurde verboten, das Stadtviertel 15 Tage lang zu betreten. Die Korrespondentin war am Samstag festgenommen und nach eigenen Angaben von der Polizei misshandelt worden.
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Ihr Arbeitgeber warf den Sicherheitskräften vor, sie hätten das Fernsehteam angegriffen und dessen Ausrüstung zerstört. Die Journalistin berichtete später, sie sei von der Polizei „wie eine Verbrecherin“ behandelt und getreten worden. Auf der Wache habe man ihr vorgeworfen, eine Polizistin getreten zu haben, was aber niemals geschehen sei.
Die im Internet erschienenen Videoaufnahmen von dem Vorfall zeigen, dass der Korrespondentin in einer Weste mit der Aufschrift „Presse“ Handschellen angelegt werden. Eine Gruppe von Polizistinnen führt sie dann schnell weg.
Ein Sprecher der israelischen Polizei teilte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit, die Journalistin habe die Truppen während der Auflösung einer Demonstration gemeinsam mit einem Mann physisch angegriffen. Sie habe sich auch geweigert, sich zu identifizieren.
Sabrina Bennoui, Sprecherin der Organisation Reporter ohne Grenzen, bezeichnete die Festnahme gegenüber dem Fernsehsender als schockierend und inakzeptabel.
„Das ist ein klarer Verstoß gegen die Pressefreiheit, weil diese Journalistin aufgrund ihrer Presse-Weste eindeutig als solche erkennbar war. Die israelischen Behörden sind offensichtlich gewillt, Journalisten davon abzuhalten, ihren Job zu machen und vom Ort des Geschehens zu berichten.“
Barbara Trionfi vom International Press Institute, einer Organisation zur Stärkung der Pressefreiheit, sprach von einem erschreckenden Vorgehen der Polizei.
„Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten viele zielgerichtete Attacken der israelischen Einsatzkräfte auf Journalisten gesehen“, sagte sie laut Al-Dschasira. „Das hier ist leider kein Einzelfall.“
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Nach Polizeiangaben wurden bei den Protesten Sicherheitskräfte von Einwohnern des Viertels mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Drohende Zwangsräumungen von Wohnungen palästinensischer Familien in Scheich Dscharrah hatten zu Spannungen vor der jüngsten Eskalation der Gewalt in der Region beigetragen.
Auch nach Beginn der Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas am 21. Mai dauerten die Proteste in Scheich Dscharrah an. Eine erwartete Gerichtsentscheidung zu den Zwangsräumungen war lediglich aufgeschoben worden.
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