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SPIEF-2021. Wirtschaftsdialog Russland-Deutschland: Energie- und Klimapartnerschaft im Fokus

© SNA / Alexander Galperin / Zur BilddatenbankLogo des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums (SPIEF)
Logo des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums (SPIEF)  - SNA, 1920, 05.06.2021
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Im Zentrum des Wirtschaftsdialogs zwischen Russland und Deutschland stehen gemeinsame Projekte. So soll es künftig eine Energiekooperation zur Lösung der Klimaprobleme geben, Nord Stream 2 muss fertiggestellt werden und das Business soll mehr Einfluss auf die Lösung wirtschaftlicher Probleme haben.
Beim traditionellen Wirtschaftsdialog „Russland – Deutschland“, der im Rahmen des Sankt Petersburger Wirtschaftsforums SPIEF-2021 stattfand, waren die technologische Kooperation und innovative Lösungen für die Energie- und Klimapartnerschaft zwischen Deutschland und Russland Thema. Erstmals seit langem diskutierten die Teilnehmer persönlich darüber, wie die russische und die deutsche Wirtschaft zur Energiewende beitragen können.
Laut Rainer Seele, dem Vorstandsvorsitzenden der OMV AG, ist die deutsche Wirtschaft bereit, in Russland und gemeinsam mit Russland zu arbeiten. Im Energiebereich werde Erdgas mittelfristig eine wichtige Rolle spielen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und des kälteren Winters seien zusätzliche Lieferungen und Investitionen erforderlich. Wir brauchen verlässliche Partner, und die haben wir, sagte Seele.
Der OMV-Chef kritisierte die Forderung der Grünen, in grüne Energie statt in traditionelle Pipelines zu investieren. Gleichzeitig zeigte er sich fest davon überzeugt, dass das Projekt Nord Stream 2 abgeschlossen werden muss: Es sei notwendig, so Seele, den Druck auf die Politik zu erhöhen, sie davon zu überzeugen, dass die Milliardeninvestitionen gerechtfertigt und zielführend gewesen seien. Dieses Projekt müsse funktionieren und Gas durch die zweite Leitung der Nord Stream fließen.

Gemeinsame Klimaprojekte

Darüber hinaus sprach sich Seele für den Ausbau der Zusammenarbeit mit Russland bei der Wasserstoffenergie aus. Ihm zufolge brauche es eine offene Technologie und keine politische Diskussion, wenn nur grüner Wasserstoff aus umweltfreundlichen Quellen akzeptabel sei. Wasserstoff sei Wasserstoff, blau oder grün, sein Molekül sei farblos, betonte Seele. Das Hauptziel der Umstellung auf Wasserstoffenergie sei die Reduzierung der CO2-Emissionen.
Auch Klaus-Dieter Maubach, Uniper -Vorstandsvorsitzender, ist sich sicher, dass dem Wasserstoff die Zukunft gehört. Das Unternehmen Uniper ist auf dem deutschen und russischen Markt aktiv. Deutschland werde Wasserstoff importieren und Russland sei dabei logischerweise sein Partner, so Maubach. Dabei sei es egal, wo Wasserstoff aus russischem Gas gewonnen werde: in Deutschland oder in Russland. Jedoch müsse dieses Thema technisch und durch Gedankenaustausch von Spezialisten angegangen werden, es dürfe nicht der Politik überlassen werden.
Der Staat räume sich bei der Lösung vieler Probleme wirklich eine zu große Rolle ein. Einige Entscheidungen, die während der Pandemie getroffen worden seien, solle der Staat zurücknehmen, meinte Professor Klaus Mangold, Aufsichtsratsmitglied der Roskongress-Stiftung. Unternehmen sollten künftig mehr Unabhängigkeit an den Tag legen sowie dafür sorgen, dass die staatliche Regulierung nicht zu lange dauert und die Aktivitäten der Unternehmen nicht beeinträchtigt.
Für Russland sei es sehr wichtig, mit Deutschland auf dem Gebiet der grünen Technologien zu interagieren, sagte seinerseits Wiktor Wechselberg, russischer Unternehmer und Milliardär, vom Technologie-Institut Skolkovo (SkolTech).
„Russland gibt sich Mühe, aber ohne einen effektiven Dialog mit der deutschen Wirtschaft auf Regierungsebene wird es sehr schwierig sein, eine Entscheidung zu treffen. Natürlich wird die Energiewende nicht kostenlos zustande kommen, denn damit ist die Transformation eines wesentlichen Teils der Wirtschaft verbunden. Sehr gefährliche populistische Parolen wie ‚lasst uns aufhören Öl, Gas, Kohle zu produzieren‘ klingen im politischen Kontext zwar attraktiv, aber unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit provokativ. Es besteht die Gefahr, dass diese Situation zu einem Instrument wettbewerbsfeindlichen Verhaltens werden kann“, warnte Wechselberg.
Das vergangene Jahr 2020 war für alle schwer, alle waren von der Pandemie betroffen. In den Beziehungen zwischen Russland und Deutschland sowie Russland und der Europäischen Union sind neue Komplikationen aufgetreten. Das sei schlecht für die langfristigen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland und für Europa im Allgemeinen, gab Alexej Mordaschow, Vorstandsvorsitzender von Severstal, zu bedenken.
„Das gegenseitige Interesse der deutschen und russischen Wirtschaft ist sehr wichtig. Wie ein Sprichwort sagt: Man kann sich vom Ehepartner scheiden lassen, aber man kann sich nicht von seinem Nachbarn scheiden lassen. Russland, Deutschland, die EU werden immer Seite an Seite existieren, und es hängt von uns ab, wie gut wir koexistieren werden“, so der russische Manager.
Russlands Präsident Wladimir Putin in einer Plenarsitzung des St. Petersburger Wirtschaftsforums (SPIEF), Juni 2021 - SNA, 1920, 04.06.2021
Klimaschutz als Chefsache: Putin will CO2-Ausstoß stärker senken als Europa
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