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Kinder-Massengrab in Kanada: UN-Experten fordern Ermittlungen

© REUTERS / BC Legislative AssemblyMassengrabs mit Überresten von 215 Kindern auf dem Grundstück eines früheren Internats für Indigene in Kanada
Massengrabs mit Überresten von 215 Kindern auf dem Grundstück eines früheren Internats für Indigene in Kanada - SNA, 1920, 05.06.2021
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Nach der Entdeckung eines Massengrabs mit Überresten von 215 Kindern auf dem Grundstück eines früheren Internats für Indigene in Kanada haben UN-Menschenrechtsexperten dazu aufgerufen, umfassende Untersuchungen zu den Todesumständen der Kinder einzuleiten. Das geht aus einer Stellungnahme vom Freitag hervor.
Demnach forderten die Experten die kanadische Regierung und den Vatikan dazu auf, „den Justizbehörden uneingeschränkten Zugang zu den Archiven der von der Institution betriebenen Schulen zu gewähren, rasche und gründliche interne und gerichtliche Untersuchungen zu diesen Vorwürfen durchzuführen und das Ergebnis dieser Untersuchungen öffentlich bekannt zu geben“.
Ähnliche Ermittlungen seien an allen derartigen Einrichtungen in Kanada nötig, um Folter- und Missbrauchsvorwürfen nachzugehen und womöglich noch lebende Übeltäter zur Rechenschaft zu ziehen.
Es wäre „schlicht unvorstellbar“, wenn der kanadische Staat und der Vatikan die Verantwortlichen ungeschoren davonkommen ließen und sich nicht um eine umfassende Entschädigung kümmerten, heißt es.
Zuvor hatte sich Kanadas Premierminister Justin Trudeau erschüttert über den Fund der Überreste von 215 Kinderleichen auf dem Gelände eines früheren Umerziehungsheims geäußert und den Überlebenden solcher Einrichtungen mehr Unterstützung zugesagt.

Massengrab bei der Kamloops Residential School

Das Massengrab bei der Kamloops Residential School in der westlichen Provinz British Columbia, die zwischen 1890 und 1978 betrieben worden war, wurde am Donnerstag von Rosanne Casimir, Oberhaupt vom Volk der Tk'emlups te Secwepemc, bestätigt. Die Ursache für den Tod der Kinder ist noch nicht bekannt. Einige von ihnen waren erst drei Jahre alt. Nach Bekanntwerden des Falls gab es Forderungen von Vertretern indigener Gruppen, alle früheren Einrichtungen dieser Art untersuchen zu lassen.
Kanadas Premierminister Justin Trudeau - SNA, 1920, 01.06.2021
Kinder-Massengrab in Kanada: Trudeau verspricht Indigenen Hilfe
Vom 17. Jahrhundert bis in die 1990er wurden die als „residential schools“ bekannten Einrichtungen von der Regierung verwaltet und finanziert, berichtet die DPA. Betreiber waren größtenteils Kirchen und religiöse Organisationen. Indigene Kinder wurden ihren Familien entrissen und in diesen Einrichtungen untergebracht, wo sie die Traditionen der europäischen Kolonialisten lernen mussten, um ihre eigenen Sprachen und Kulturen zu vergessen. Gewalt und sexueller Missbrauch standen in diesen Schulen auf der Tagesordnung.
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