Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Vom Energiepartner zum Klimapartner anlässlich des Russland-Tages in Mecklenburg-Vorpommern

© CC0 / geralt / PixabayHändedruck (Symbolbild)
Händedruck (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.06.2021
Abonnieren
Im Rahmen des „4. Unternehmertags: Russland“ hat in Mecklenburg-Vorpommern der Workshop „Energie – Möglichkeiten einer deutsch-russischen Wasserstoffpartnerschaft“ im Online-Format stattgefunden. Unternehmensvertreter haben während der Diskussion ihre Zukunftsvision formuliert.
Dabei ging es um ein breiteres Anwendungsgebiet von Wasserstoff, der auch in der Energiewirtschaft als Schlüssel gesehen wird, um durch ihn und die Technologie für seine Produktion die Klimaneutralität zu erreichen. Schon heute wird Wasserstoff als Brennstoff im Transport benutzt. Die Anwendung ist emissionsfrei möglich und damit auch im Rahmen der Klimaneutralität eines der zentralen Elemente.
Die Firma WILO ist in Deutschland wie in Russland sehr bekannt, von Kaliningrad bis nach Wladiwostok, und seit 1997 hier tätig. Gero Böhmer, Group Director, Government & Public Affairs sowie WILO SE Direktor für Regierungs- und Öffentlichkeitsarbeit, sprach zum Thema „Perspektiven einer Deutsch-Russischen Zusammenarbeit und Potentiale von Wasserstoff entlang der Wertschöpfungskette in Russland“. Es gebe nicht genug erneuerbare Energien, um den gesamten Ökostrombedarf Deutschlands zu decken, meint Böhmer.
„Es ist unwahrscheinlich, dass wir genug erneuerbare Energie in Deutschland zur Verfügung stellen können, daher wird Deutschland nach wie vor Energieimporteur sein. Daher ist es sehr wichtig, dass wir strategische Partnerschaften haben und mit Ländern zusammenarbeiten, die entsprechende Kapazitäten haben. Russland könnte dabei ein idealer Partner für dieses Thema werden“, betonte der WILO-Chef und fügte hinzu, dass das Unternehmen bereit sei, in die Wasserstoffwirtschaft zu investieren.
Wie kann man Wasserstoff in verschiedenen Formen transportieren? Die Frage hat das Publikum an Steffen Ebert, Communications Manager Germany NordStream 2, gerichtet. Seinen Worten zufolge ist Nord Stream 2 in der Lage, Wasserstoff von Russland nach Europa zu transportieren. „Das ist grundsätzlich möglich, aber dazu müssen Umrüstungen von einigen Kompressorstationen vorgenommen werden“, fügte er hinzu.
Ebert verwies darauf, dass eine sichere und wettbewerbsfähige Gasversorgung ein Beitrag zur Dekarbonisierung sei. Aus erster Hand erfuhren die Diskussionsteilnehmer von der aktuellen Situation beim Bau der doppelstrangigen Pipeline, die in der russischen Narwa-Bucht beginnt und durch die Ostsee nach Lubmin in Deutschland führt. Trotz der US-Sanktionen verlegen derzeit die „Akademik Tscherski“ in dänischen und die „Fortuna“ in deutschen Gewässern. Die Arbeiten schreiten planmäßig voran und entsprechen der vorliegenden Genehmigung. Aktuell sind mehr als 95 Prozent von den insgesamt 2468 Kilometern verlegt.
„Erdgas unterstützt schon heute die Dekarbonisierungsziele und gilt die Kohle in der Stromerzeugung zu ersetzen. So können wir im Stromsektor eine CO2-Emission um 14 Prozent senken. Die NS2 Pipeline wird für Gastransport gebaut und so bald wie möglich in Betrieb gehen. So können wir sowohl gegenwärtig als auch in absehbarer Zukunft Erdgas auch für die Umwandlung von Wasserstoff auf die zuverlässigste, wirtschaftlichste und wettbewerbsfähigste Weise liefern“, so Ebert.
Die EUREF Energy Innovation GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, Forschung und Wirtschaft miteinander zu verbinden. „Vom Energiepartner zum Klimapartner anlässlich des Russland-Tages in Mecklenburg-Vorpommern“, so Reinhard Hüttl, Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer von EUREFF. Hüttl verwies darauf, dass ohne Import klimaneutralen blauen Wasserstoffs die Klimaneutralität bis 2045 nicht erreichbar sei.
„Klimaneutralität ist das neue Ziel für die Europäische Union, das 2050 erreicht sein soll. Russland ist unser wichtigster Energiepartner mit etwa 40 Prozent des Imports. Diese Daten verdeutlichen die strategische Bedeutung Russlands für die Energieversorgung insbesondere in der industriellen Produktion Deutschlands. Jetzt geht es darum, den fossilen Energieträger schrittweise durch klimaneutralen Wasserstoff zu ersetzen. Wir glauben, dass blauer Wasserstoff und türkiser Wasserstoff wichtige Elemente sind, um die Wasserstoffstrategie Deutschlands aber auch der EU tatsächlich zu bedienen.“
Erwin Sellering, Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern (2008–2017), sprach sich für die Klimapartnerschaft zwischen Deutschland und Russland aus. Der Vorsitzende der Stiftung Klima und Umweltschutz sowie des Vereins Deutsch-Russische Partnerschaft, merkte an, dass beide Organisationen die Breite der sich entwickelten guten Beziehungen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und dem Gebiet Leningrad zeigen.
„Im Klimaschutz ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit eine absolut zwingende Notwendigkeit. Es würde viele Entwicklungsmöglichkeiten verschließen, wenn Deutschland dabei auf eine gute Partnerschaft mit Russland verzichten wird. Nord Stream 2 zeigt sehr anschaulich die positive Möglichkeit einer solchen Zusammenarbeit“, so Sellering.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала