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Neue „Rosneft“-Aufsichtsrätin Karin Kneissl: Endlich Frau in Spitzenamt eines Erdöl-Weltkonzerns

© SNA / Maxim BlinowKarin Kneissl (Archiv)
Karin Kneissl (Archiv) - SNA, 1920, 04.06.2021
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Der zweitgrößte Erdöl-Konzern der Welt, das russische Unternehmen „Rosneft“, hat die frühere österreichische Außenministerin Karin Kneissl in den Aufsichtsrat berufen. In einem Gespräch mit SNA betrachtet sie diese Wahl vor allem auch als ein Erfolg für Frauen, die in solchen Ämtern unterrepräsentiert sind.
Karin Kneissl ist allgemein als österreichische Außenministerin in Erinnerung. Aber eigentlich kann die ausgebildete Arabistin auch 20 Jahre umfangreiche Erfahrungen als Analytikerin der Welt-Energiemärkte vorweisen, und war beispielsweise Dauergast in der Bibliothek der OPEC, die ihren Sitz bekanntlich in der österreichischen Hauptstadt Wien hat. Diese Erfahrungen kommen ihr nun in ihrer neuen Funktion zugute.
ehemalige Außenministerin Österreichs Karin Kneissl - SNA, 1920, 02.06.2021
Karin Kneissl wird Aufsichtsratsmitglied bei Rosneft
Sie habe eine solche Position nicht angestrebt, erzählt sie im SNA-Gespräch, aber natürlich betrachtet sie die Berufung als Ehre:

„Es gibt sehr, sehr wenige Frauen in dieser manchmal sehr dünnen Luft, die die Erdölindustrie ist. Ich habe auch immer gerne in Unterricht die Studierenden darauf hingewiesen, Power im Englischen ist nicht nur Energieversorgung, sondern auch Macht. Und Energieversorger haben eine Rolle der Macht, die wirklich nicht negativ zu sehen ist, sondern das ist einfach ein Faktum. Ich habe bislang wenige Frauen gesehen, die in diesen Etagen dann auch ihre Aufgabe bekamen, und in die man Vertrauen gesetzt wurde und die auch die entsprechende Ausbildung mitgebracht haben, Berufserfahrung, und umso mehr freue ich mich einfach, dass hier diese Möglichkeit für mich gegeben ist.“

Karin Kneissl
Aufsichtsrätin "Rosneft"
Noch bevor sie parteilose österreichische Außenministerin wurde übte sie für kurze Zeit das Amt einer Aufsichtsrätin für eine österreichische Versicherungsgesellschaft aus. Sie weiß also, was in einer solchen Position erwartet und verlangt wird. Dass sie als Frau nun in eine so bedeutende Funktion eines so bedeutenden börsennotierten Unternehmens berufen wurde, sei auch bei professionellen Marktbeobachtern aufmerksam zur Kenntnis genommen worden, erzählt sie im SNA-Gespräch:

„Sie sagen, aha, da ist ja eine interessante Bewegung in 'Rosneft', da kommt eine, sie kennen ja die Debatte auch in Deutschland, zu wenig Frauen in den Aufsichtsräten usw., und es geht ja nicht nur darum, ich selber möchte nicht auf die Tatsache reduziert werden, dass ich vielleicht eine Frau bin und deshalb zum Zug komme, sondern weil ich die entsprechende Ausbildung mitbringe.“

Karin Kneissl
Aufsichtsrätin "Rosneft"
Die neue Aufgabe bei „Rosneft“ betrachtet Karin Kneissl auch deshalb als interessant, weil das russische Unternehmen, im Gegensatz zu vielen Konkurrenten auf dem Markt eine ziemlich gute Ausgangslage habe. So verfügt „Rosneft“ über stabile und prospektive Quellen, während andere Ölkonzerne mit versiegenden Ressourcen zu kämpfen haben. Und auch die Finanzierung bzw. die Kosten der Förderung seien deutlich optimaler als bei vielen Konkurrenten, sodass „Rosneft“ eine gute Zukunft vorausgesagt werden kann, selbst in einem gesellschaftlichen Umfeld, das immer mehr auf die Substitution von fossilen Energieträgern setzt. Aber nach Ansicht von Karin Kneissl sei zum einen der Energiehunger von Staaten wie China und Indien nicht von heute auf morgen nur mit erneuerbaren Energien zu stillen. Und zum anderen ist der Zukunftsmarkt schlechthin, Afrika, gänzlich ohne fossile Energieträger nur schwer zu erschließen, wie Karin Kneissl auf einer Pressekonferenz erklärte.
Das Interview mit Karin Kneissl zum Nachhören hier:
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