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ILO-Bericht: Coronakrise kostet 126 Millionen Jobs weltweit

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Geld (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.06.2021
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Ein Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zeigt, globale Arbeitsmärkte sind infolge von COVID-19 geprägt durch wachsende Ungleichheit, steigende Armut und menschenunwürdige Arbeitsplätze. Auch die Arbeitslosigkeit hat stark zugenommen.
Die Arbeitsmarktkrise infolge der COVID-19-Pandemie dauert an. Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gehen von einem geringen Beschäftigungswachstum bis mindestens 2023 aus, so dass ein Ausgleich von Verlusten nicht erfolgen wird. 2021 würden laut ILO weltweit 100 Millionen Vollzeitjobs wegfallen und auch 2022 würden durch die Corona-Pandemie noch einmal 26 Millionen Stellen verlorengehen.
Dieses Beschäftigungs- und Arbeitszeitdefizit verstärkt das hohe Vorkrisenniveau auf den Arbeitsmärkten, das geprägt war von Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung von Arbeitskräften und schlechten Arbeitsbedingungen.

220 Millionen Menschen arbeitslos

Es ist zu erwarten, dass die weltweite Arbeitslosigkeit 2021 auf 220 Millionen anwächst und damit das Niveau von 187 Millionen im Jahre 2019 deutlich übersteigt. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent. Eine vergleichbare Quote konnte zuletzt 2013 festgestellt werden.
Die am stärksten betroffenen Regionen in der ersten Jahreshälfte 2021 waren Lateinamerika, Karibik, Europa und Zentralasien. Eine messbare weltweite Erholung auf den Arbeitsmärkten wird für die zweite Jahreshälfte 2021 unter der Vorannahme erwartet, dass es zu keiner Verschlechterung der allgemeinen Pandemiesituation kommt.

Weniger Arbeit – mehr Armut

Der Rückgang der Beschäftigung führt zu einer starken Reduktion der Arbeitseinkommen und einem entsprechenden Anstieg der Armut. Im Vergleich zu 2019 werden 2021 weltweit zusätzlich 108 Millionen Beschäftigte als arm oder extrem arm eingestuft – was bedeutet, dass sie und ihre Familien von umgerechnet weniger als 3,20 US-Dollar pro Person und Tag leben. Fünf Jahre des Fortschritts bei der Beseitigung der Arbeitsarmut werden zunichtegemacht. Damit ist das nachhaltige Entwicklungsziel der Vereinten Nationen, Armut bis 2030 zu beseitigen, ernsthaft gefährdet.
Armut (Symbolbild)  - SNA, 1920, 24.04.2021
„Neuer Bericht beschönigt Image der Bundesregierung“: Armut in Deutschland weiterhin großes Problem

Ungleichheiten verschärfen sich

Die COVID-19 Pandemie hat bereits bestehende Ungleichheiten auf den Arbeitsmärkten verschärft, indem sie gefährdete Arbeitnehmer härter getroffen hat. Der weit verbreitete Mangel an sozialer Sicherung – insbesondere bei den weltweit zwei Milliarden Beschäftigten in informeller Arbeit – hat zur Folge, dass pandemiebedingte Arbeitsunterbrechungen katastrophale Folgen für das Familieneinkommen und den Lebensunterhalt haben.
Junge Menschen und Frauen sind in besonderer Weise negativ von der Pandemie betroffen. Die Beschäftigung von Frauen ging bis 2020 um fünf Prozent zurück, verglichen mit 3,9 Prozent bei Männern. Frauen waren überdurchschnittlich vom Verlust der Arbeitsplätze betroffen. Weltweit sank die Jugendbeschäftigung 2020 um 8.7 Prozent, verglichen mit 3.7 Prozent bei Erwachsenen. Die Folgen dieser fehlenden Arbeitsmarkterfahrung junger Menschen könnten über Jahre hinweg anhalten.
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