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„Aufschwung in Krise“ – Deutsche Manager auf dem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg

© SNA / Aleksej DanitschewMatthias Schepp beim SPIEF 2021
Matthias Schepp beim SPIEF 2021 - SNA, 1920, 03.06.2021
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In der Stadt an der Newa trifft sich gerade das „Who ist Who“ Russlands mit internationalen Gästen zum Internationalen Wirtschaftsforum St. Petersburg (SPIEF). Am Freitag wird Präsident Wladimir Putin erwartet. Auch viele deutsche Manager sind dabei und sehen trotz politischer Spannungen wieder viel Licht.
Das Internationale Wirtschaftsforum St. Petersburg fiel im vergangenen Jahr der Pandemie zum Opfer. Dieses Jahr findet es, im Gegensatz zur Rostocker Veranstaltung, fast wie gewohnt auf einem Messegelände in St. Petersburg statt. Corona-bedingt ist die Zahl der Gäste auf 5000 begrenzt. Staatschef Wladimir Putin spricht an diesem Freitag auf dem Wirtschaftsforum, zugeschaltet wird auch der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Kein Pandemie-Einbruch

Ungeachtet vieler Unsicherheiten schauen bei dem bis Samstag angesetzten St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum – kurz SPIEF – deutsche Unternehmen wieder optimistischer auf den russischen Markt. Vor allem auf die Modernisierung in Russlands Betrieben setzen die Maschinen- und Anlagenbauer große Hoffnungen.
Laut einer Umfrage des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erwarten die russischen Tochterunternehmen in diesem Jahr ein Umsatzplus von elf Prozent. Zum Vergleich: Im stark von der Pandemie gezeichneten Jahr 2020 lag das Wachstum bei 3,9 Prozent. Einen „Pandemie-Einbruch“ aber habe es im Russlandgeschäft „nicht wirklich gegeben“, meint beim VDMA Russland Sven Flasshoff in seiner Analyse gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA).
Auch das Thema Sanktionen sei gerade in den Hintergrund gerückt. Um die insgesamt schädlichen Folgen der Sanktionen für die russische Wirtschaft ging es dennoch auch in zahlreichen Veranstaltungen beim SPIEF. Seit langem beklagen Experten vor allem die negative psychologische Strahlkraft der Strafmaßnahmen, die Investoren eher Vorsicht walten lassen.

Aufschwung in der Krise

Die deutsche Wirtschaft in Russland sieht sich indes vor dem Wirtschaftsforum in vergleichsweise guter Stimmung. Deutsche Firmen haben nach Erhebungen der Bundesbank im ersten Quartal rund 1,1 Milliarden Euro in Russland investiert, wie die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) mitteilte. „Es gibt einen Aufschwung in der Krise“, sagte AHK-Vorstandschef Matthias Schepp gegenüber DPA und fuhr fort:

„Der Investitionsboom der vergangenen Jahre ist neben Großprojekten wie Nord Stream 2, Gasaufbereitungsanlagen von Linde, modernster Zugtechnologie von Siemens oder den hohen Investitionen von Volkswagen in seine russischen Werke insbesondere vom Mittelstand und familiengeführten Unternehmen geprägt.“

An diesem Freitag wollen Deutsche und Russen auf dem Forum ausloten, wie die Geschäfte trotz Schwierigkeiten weiter an Fahrt gewinnen können. Bei den Gesprächen geht es auch um einen Energie-Dialog.

Hochrangige Gäste

Die Vorstandschefs etwa von Siemens Energy, OMV, Uniper, Wintershall Dea sind vertreten. Bei einer deutsch-russischen Diskussionsrunde sind auch der Unternehmensberater und frühere CDU-Politiker Friedbert Pflüger und der Linken-Bundestagsabgeordnete Klaus Ernst angekündigt. Die deutsche Präsenz zeige, dass Russland wichtig sei, sagt Rainer Seele, Chef des österreichischen Energieunternehmens OMV.

„Hier sind die deutsche Regierung und auch europäischen Regierungen gefragt, mit neuen Initiativen verlorene Geländegewinne wieder zurückzuholen“, sagte Seele, der auch AHK-Präsident ist, mit Blick auf die zunehmende Rolle Chinas auf dem russischen Markt.

Das SPIEF hat sich seit seiner Gründung 1997 als wichtigstes Wirtschaftsforum in Russland etabliert. Dort diskutieren Spitzenpolitiker und -manager aus aller Welt. 2018 nahm der französische Präsident Emmanuel Macron daran teil. Bundeskanzlerin Angela Merkel war 2013 in St. Petersburg zu Gast, Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, 2019.
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