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„Ich kämpfe gegen die AfD!“ – Armin Laschet macht Dampf in Sachsen-Anhalt

© REUTERS / POOLCDU-Chef Armin Laschet
CDU-Chef Armin Laschet - SNA, 1920, 03.06.2021
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Bei den Landtagswahlen am Sonntag in Sachsen-Anhalt geht es auch um die Bundestagswahl im September. Sollte die CDU in diesem ostdeutschen Bundesland krachend scheitern, hat der CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Armin Laschet ein Problem. Bei „Maischberger“ in der ARD hat er am Mittwoch behauptet, dies wäre vor allem ein Problem für Deutschland.
Dass es bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt auch um Armin Laschets Kandidatur geht, ahnt nicht nur er. Die „taz“-Journalistin Ulrike Herrmann hatte bereits Ende April, ebenfalls bei „Maischberger“ in der ARD vorhergesagt, die Union könnte ihren Kandidaten noch dringend austauschen, wenn sich Laschet nicht effektiv genug als „Zugpferd“ erweisen sollte. Die bevorstehenden Landtagswahlen werden zu Recht als ein Testfall für die Bundestagswahl angesehen.

„Dann ist Herr Söder wieder auf der Matte!“

Am Mittwochabend präzisierte Herrmann in der Sendung ihre Prognose von damals: „Wenn die Umfragewerte nicht hoch gegangen wären, dann hätte Söder bestimmt eine Chance gehabt“ – als „Notfall“-Kandidat der Union für die Bundestagswahl einzuspringen. Jetzt aber, wo die CDU-Umfragewerte mittlerweile „ein bisschen nach oben“ gegangen seien, „hat Herr Söder natürlich keine Möglichkeit, zu attackieren“. „Wenn aber Herr Laschet noch einen einzigen Fehler macht, ist Herr Söder wieder auf der Matte!“, fügte die „taz“-Journalistin hinzu.
Unmittelbar danach betrat CDU-Chef Laschet persönlich das Studio, um von Moderatorin Sandra Maischberger gut 25 Minuten lang zum Teil heftig gegrillt zu werden. Leider wurden zu viele dieser Minuten von der Talkmasterin für Themen vergeudet, die nicht unbedingt mit der Dramatik der Wahlen am Sonntag zusammenhängen.
Da ging es etwa fünf Minuten lang allein um die Definition des Begriffs „Rechts“. Die Moderatorin verwies auf Laschets früheren Tweet mit den Worten „Der Kampf gegen Rechts gelingt nur mit klarer Kante“. Sie wollte wissen, ob der CDU-Politiker zwischen „rechts“, „rechtsradikal“, „rechtskonservativ“ und „rechtsextremistisch“ unterscheidet. Laschet bezeichnete diesen Begriffsstreit als „scholastisch“ und betonte:

„Die Position ist klar: Rechts ist das, was wir im Moment als Bedrohung für das parlamentarische demokratische System insbesondere durch die AfD sehen.“

CDU-Chef Armin Laschet - SNA, 1920, 10.05.2021
„Es geht um mich!“: Kanzlerkandidat Laschet zeigt sich siegessicher – trotz mieser Umfragen

Wie „rechts“ ist die CDU?

„Rechts heißt alles, was ein Gedankengut hat, das mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar ist“, postulierte der Unionspolitiker. „Ich glaube nicht, dass irgendeiner der echten Konservativen gesagt hat: Ich bin ein Rechter. Denn Rechts ist in Deutschland als Begriff seit der Nazizeit diskreditiert.“
Dennoch schien der Fragenkatalog der Moderatorin so konzipiert gewesen zu sein, dass sie offenbar unbedingt beweisen wollte, die CDU wäre faktisch genauso „rechts“ wie deren erklärter Erzfeind „Alternative für Deutschland“ (AfD). Deshalb wurde dann ermüdend lang über den Verein „WerteUnion“ diskutiert, dem viele CDU-Mitglieder angehören und die – so wollte zumindest Maischberger das suggerieren – mit der AfD gesinnungsmäßig verwandt wären.
Laschet war da die Verärgerung langsam anzusehen – ganz sicher wollte er über andere Dinge reden und den Talk-Termin viel effektiver für Wahlkampfzwecke nutzen.

„Ich kenne persönlich kein einziges Mitglied der ‚WerteUnion‘“, versicherte er. „Auch die Konservativen bei uns wollen mit dieser Truppe nichts zu tun haben. Insofern finde ich es überbewertet. Aber wir können gerne die Sendung über die ‚WerteUnion‘ machen …“

„Wieviel Prozent darf die AfD haben?“

Richtig zur Weißglut brachte die Talkmasterin ihren Interviewpartner aber mit der folgenden Frage:

„Wieviel Prozent darf die AfD haben, damit Sie zufrieden sind?“

So temperamentvoll und energisch gestikulierend war Laschet selten zu erleben – endlich konnte er sich nach dieser Frage als Wahlkämpfer richtig ins Zeug legen. Da sprudelten serienweise druckreife Wahlslogans aus ihm heraus:
„Wenn in einem deutschen Landtag die AfD auf Platz eins liegt, ist das ein Problem für die Demokratie in Deutschland! ... Das ist für die Zivilgesellschaft, auch für Journalismus, eine Kernfrage, ob die AfD auf Platz eins liegt! Das zu banalisieren und zum Problem für die CDU zu machen, verkennt die Gefahr, die hinter dieser Truppe steckt! ... Ich wäre im Interesse der Demokratie froh, wenn auch Sie zufrieden wären, wenn die AfD nicht auf Platz eins liegt! ... Ich kämpfe gegen die AfD. Ich wäre erfreut, wenn auch ein paar andere – SPD oder Grüne – sagen: Wir müssen alles tun, damit dieses nicht passiert!“
Mit anderen Worten: Die CDU fühle sich in Sachsen-Anhalt allein gelassen – sowohl von den anderen „demokratischen“ Parteien als auch von den Medien, die so tun wollen, als stünden sie über dem Kampf. Das dürfte allerdings nur zum Teil stimmen. Immerhin musste Laschet bei „Maischberger“ sich nicht mit einem Top-Politiker der AfD duellieren – die Vertreter der größten Oppositionsfraktion im Bundestag werden von den „Leitmedien“ sowieso seit eh und je so gut wie boykottiert.
Laschet persönlich dürfte sich allerdings sehr wohl aufgeschmissen fühlen: Es wirkt langsam merkwürdig, dass sich Kanzlerin Angela Merkel bisher in keiner Weise für den CDU-Kanzlerkandidaten eingesetzt hat. Oder hat „Mutti“ etwas gegen den potentiellen „Vati“?
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