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Teilnehmer oppositioneller Proteste begeht Selbstmordversuch im Gerichtssaal in Minsk

© AP Photo / Radio Free Europe/Radio LibertyStepan Latypow begeht Selbstmordversuch
Stepan Latypow begeht Selbstmordversuch  - SNA, 1920, 02.06.2021
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Der Teilnehmer der oppositionellen Proteste in Minsk Stepan Latypow, dem Betrug und Organisation von Aktionen gegen die öffentliche Ordnung vorgeworfen werden, hat im Gerichtssaal einen Suizidversuch unternommen. Dies teilte das Menschenrechtszentrum „Wesna“ (Frühling) mit, das nicht von den weißrussischen Behörden registriert wurde.
Laut Menschenrechtlern begann am Dienstag das Gerichtsverfahren gegen Latypow. Ihm werden unter anderem die Schaffung eines Telegram-Chats, Produktion von Protestsymbolik („Organisation von Aktionen gegen die öffentliche Ordnung“), Widerstand gegen die Polizei bei der Festnahme sowie als Direktor eines Privatunternehmens Irreführung von Kunden bei der Gewährleistung von Diensten zur chemischen Pflanzenbearbeitung („Betrug“) vorgeworfen. Er bekennt sich nicht schuldig.
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Nach dem Verhör des Vaters von Latypow im Gerichtssaal als Zeuge stieg der Beschuldigte auf die Bank, „damit die Begleitleute ihn nicht erreichen konnten“ und stach sich mit einem Gegenstand, der einem Stift ähnelte, in den Hals. Laut Menschenrechtlern hatte der Mann den Sicherheitskräften kurz davor vorgeworfen, ihm damit gedroht zu haben, Strafverfahren gegen seine Familienmitglieder und Nachbarn einzuleiten, „falls ich nicht gestehe“. Der Mann wurde in ein Krankenhaus eingeliefert und dort in ein künstliches Koma versetzt. Menschenrechtler verwiesen unter anderem darauf, dass Latypow Schwellungen im Gesicht und einen blauen Fleck unter einem Auge aufwies.
Später teilten Medien unter Berufung auf medizinische Angaben mit, dass Latypows Zustand stabil sei. Es bestehe keine Lebensgefahr.
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Hintergrund

Latypow war im September 2020 festgenommen worden. Später wurde seine Wohnung durchsucht. Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter der Hauptverwaltung zum Kampf gegen organisierte Kriminalität und Korruption des weißrussischen Innenministeriums teilte damals gegenüber staatlichen Medien mit, dass sich Latypow Geld für die Subversion gegen Organe der Staatsmacht und Verwaltung gesammelt haben soll. Er habe unter anderem geplant, Chemikalien vor Häusern von Sicherheitsmitarbeitern zu versprühen. Außerdem soll er „einen illegalen Kanal für Chemiestofflieferungen aus chinesischer Produktion, die als Konsumgüter getarnt waren“, in das Land organisiert und auch „chemische Präparate der ersten Gefahrenklasse, die das Gift Diphosphan enthalten,“ gekauft haben.
Alexander Lukaschenko (Archivfoto) - SNA, 1920, 11.02.2021
Lukaschenko nennt Bedingungen für Rücktritt
Bei den Präsidentenwahlen in Weißrussland am 9. August 2020 hatte Alexander Lukaschenko mit mehr als 80 Prozent der Wählerstimmen nach offiziellen Angaben zum sechsten Mal in Folge gesiegt. Die Opposition erkannte das Ergebnis nicht an und erklärte seine Herausforderin Swetlana Tichanowskaja zur wahren Siegerin.
Daraufhin kam es landesweit zu Protesten, die von den Ordnungskräften zunächst gewaltsam niedergeschlagen wurden.
In Weißrussland wurden gegen einen Reihe von Oppositionsanführern Strafverfahren eingeleitet.
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