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Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 steht kurz vor Testphase

© AFP 2021 / ODD ANDERSENAnlandepunkt der Gaspipeline Nord Stream 2 in Lubmin an der deutschen Ostseeküste (Archiv)
Anlandepunkt der Gaspipeline Nord Stream 2 in Lubmin an der deutschen Ostseeküste (Archiv) - SNA, 1920, 02.06.2021
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Die im Westen umstrittene Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland steht russischen Medienberichten zufolge kurz vor einer Testphase. An der fast fertiggestellten Gasleitung sollen in wenigen Tagen die Erprobungen beginnen.
Nächste Woche sei es soweit, sagte der Gouverneur des russischen Gebietes Leningrad, Alexander Drosdenko, am Mittwoch. Das Betreiberkonsortium Nord Stream 2 AG wollte die Angaben vorerst nicht kommentieren.

Deutsche Umwelthilfe will das Projekt stoppen

Indes versucht die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das Projekt auf den letzten Metern noch zu stoppen. Sie habe beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) beantragt, die Bau- und Betriebsgenehmigung aus Klimaschutzgründen zu widerrufen, teilte die Organisation mit.
Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 02.06.2021
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„Obwohl die Pipeline das größte fossile Projekt Europas ist, wurden im zurückliegenden Genehmigungsverfahren die Auswirkungen auf die Klimaziele nicht überprüft“, kritisierte die DUH.
Sie beantrage zudem, die unterlassene Klimaschutzprüfung nachzuholen und für diesen Zeitraum den Weiterbau der Pipeline auszusetzen.
Die Pipeline ist fast fertiggestellt. Gegner wie die USA kritisieren, dass sich Europa dadurch abhängig von Russland mache. Von den zuvor angedrohten Sanktionen haben die USA aber unter der Regierung von Präsident Joe Biden Abstand genommen.

Finanzpartner am Projekt

Als Finanzpartner sind an dem Projekt der Düsseldorfer Versorger Uniper, der österreichische Mineralölkonzern OMV, der französische Energiegigant ENGIE (vormals GDF Suez), das weltgrößte Mineralöl- und Erdgasunternehmen Shell sowie die deutsche Wintershall Dea mit jeweils zehn Prozent der Anteile beteiligt. Die restlichen Aktien sind im Besitz des russischen Gasriesen Gazprom, der mit einem Anteil von 15 Prozent an der globalen Gasproduktion der größte Gaslieferant der Welt ist.

Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2

Die Pipeline Nord Stream 2 hat einen geschätzten Wert von rund 9,5 Milliarden Euro. Erdgas aus Russland soll in die EU durch zwei parallel verlaufende Stränge von mehr als 2400 Kilometern Gesamtlänge fließen – bis zu 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.
Der Anlandepunkt für Nord Stream 2 liegt am Greifswalder Bodden neben der ersten Nord-Stream-Leitung. Er wird mit der Gasaufnahmestation von Gascade - einer Tochter von Wintershall und Gazprom - verbunden. Die Gesamtfläche der Aufnahmestation beträgt 11,9 Hektar. In der Station wird das russische Gas noch einmal gefiltert, der Druck in der Rohrleitung gesenkt, das Gas angewärmt und gemessen. Anschließend soll es über die Anbindungsleitungen NEL und EUGAL ins Gastransportsystem der Europäischen Union strömen.

Gegner und Befürworter des Projekts

Mehrere Länder stemmen sich gegen das Projekt. Die USA behaupten, eine zu starke Abhängigkeit Europas von russischem Gas zu befürchten, und wollen das Projekt mit Sanktionen stoppen, um russisches Pipelinegas in Europa durch ihr deutlich teureres verflüssigtes Erdgas (LNG) zu ersetzen.
Auch osteuropäische Staaten wie Polen und die baltischen Länder lehnen die Pipeline ab. Die Ukraine befürchtet schwere Einbußen nach einem möglichen Wegfall des russischen Gastransits durch ihr Territorium wie auch den Verlust ihres Status als wichtiges Gastransitland.
Die Bundesregierung verwies immer wieder darauf, dass es sich um ein wirtschaftliches Projekt handelt. Nun gerät sie aber immer stärker unter Druck, entschied sich aber trotzdem für den Bau. Auch Österreich plädiert für die Umsetzung des Projekts.
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Am Fertigbau der Leitung sind die russischen Rohrlegeschiffe “Fortuna” und “Akademik Cherskiy” im Einsatz. Die beiden Schiffe wurden in die Ostsee verlegt, nachdem Spezialschiffe des schweizerischen Offshore-Dienstleisters Allseas Ende 2019 vom Bau der Pipeline abgezogen worden waren. Grund für den Rückzug waren Sanktionsdrohungen der USA.
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