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Oberbürgermeister Madsen will umstrittenes Xavier-Naidoo-Konzert in Rostock zulassen

© AFP 2021 / AXEL HEIMKENRostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen
Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen  - SNA, 1920, 02.06.2021
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Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen hat Widerspruch gegen die Entscheidung der Bürgerschaft eingelegt, kein Konzert des umstrittenen Sängers Xavier Naidoo im August in der Rostocker Stadthalle zuzulassen. Damit schloss er sich den zuvor von der Stadtverwaltung geäußerten rechtlichen Bedenken gegen die Bürgerschaft-Entscheidung an.
Öffentliche Einrichtungen wie die Stadthalle seien zur Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes verpflichtet, teilte die Stadt mit. Kein Veranstalter oder Künstler dürfe ausgeschlossen werden, weil der Vermieter von Einrichtungen deren religiösen oder politischen Ansichten nicht teile. Die Verwaltung hatte zudem argumentiert, dass nach einer Absage ein Imageverlust für die Stadt drohe. Es bestünden Bedenken über die Auswirkungen auf zukünftige, ähnlich gelagerte Fälle.
Die Stadtvertreter waren in ihrer letzten Sitzung am 20. Mai der Ansicht, dass Naidoo den Reichsbürgern und der QAnon-Bewegung nahestehe und rassistische Ressentiments schüre. Die Bürgerschaft hatte sich bereits im Juni 2020 mit der Absage beschäftigt, der Antrag hatte damals aber keine Mehrheit gefunden.
Nach Mitteilung der Stadt hat der Widerspruch von Madsen aufschiebende Wirkung. Die Bürgerschaft werde sich bei ihrer nächsten Sitzung erneut mit dem Thema befassen. Sollte die Gemeindevertretung bei ihrer Meinung bleiben, könne der Fall dem Innenministerium als Kommunalaufsicht vorgelegt werden. Naidoo oder sein Management waren für eine Stellungnahme am Mittwoch nicht zu erreichen.
Sänger Xavier Naidoo  - SNA, 1920, 20.05.2021
Rostocker Bürgerschaft gegen Konzert von Xavier Naidoo – Stadtverwaltung befürchtet Imageverlust
Der Rostocker Landtagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Julian Barlen kritisierte die Haltung der Stadtverwaltung.
„Es ist eben nicht so – und schon gar nicht für öffentliche Einrichtungen –, dass egal welche Meinung vertreten wird, dies durch die öffentliche Hand gleichbehandelt werden sollte“, erklärte Barlen in einer am Abend verbreiteten Mitteilung.
Darin verwies er auf Äußerungen Naidoos etwa zum Holocaust und zur Corona-Pandemie. „Als Schwurbelkönig der Reichsbürgerszene macht Naidoo keinen Hehl daraus, dass er unsere freiheitliche Demokratie verachtet und verleugnet. Warum sollte die Hansestadt Rostock diesem antidemokratischen Treiben Raum geben?“
Naidoo tauchte in der Vergangenheit immer wieder im Zusammenhang mit sogenannten Verschwörungsmythen auf – er machte auch umstrittene Äußerungen zur Corona-Pandemie. Nachdem er im März 2020 die Jury der RTL-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ verlassen musste, hatte er Vorwürfe des Rassismus vehement zurückgewiesen.
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