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Mit Gas aus NS-Zeit: US-Bundesstaat will für Todesstrafe Gaskammern wieder hochfahren

© AP Photo / Elise Amendola"Killing is the Problem" - Proteste gegen die Todesstrafe in den USA (Symbolbild)
Killing is the Problem - Proteste gegen die Todesstrafe in den USA (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.06.2021
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Nach einer 22-jährigen Pause plant der US-Bundesstaat Arizona nun, wieder Gaskammern für Hinrichtungen einzusetzen. Das Leben soll den Todeskandidaten mit gasförmiger Blausäure genommen werden – diese war seinerzeit von den Nazis im KZ Auschwitz unter dem Namen „Zyklon B” eingesetzt worden.
Der britischen Zeitung „The Guardian“, welche die berüchtigte Praxis der amerikanischen Justiz aktiv verfolgt, liegen Dokumente vor, die dieses Vorhaben bestätigen. So wird eine Gaskammer, die 1949 in einem Staatsgefängnis in Arizonas Stadt Florence gebaut wurde und seit 22 Jahren außer Betrieb blieb, derzeit entstaubt und „renoviert“. Um ihre „Betriebsfähigkeit“ zu erproben, wurde bereits im letzten August eine Reihe von Tests durchgeführt.
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Nach Informationen der Zeitung soll die Strafvollzugsbehörde von Arizona zudem über 2000 US-Dollar für die Beschaffung der Inhaltsstoffe für die Herstellung des Zyanidgases ausgegeben haben, darunter auch ein massiver Ziegelstein mit Kaliumcyanid für 1530 US-Dollar sowie Natriumhydroxid und Schwefelsäure, die zur Erzeugung des tödlichen Gases verwendet werden.
„The Guardian“ betonte zudem, Arizonas Strafbehörden würden zwar ihr Bestes geben, um die Gaskammer als seriöse Einrichtung zu präsentieren, doch die Gräueltaten der Vergangenheit lasten schwer über ihr. Denn während des Zweiten Weltkrieges brachten die Nationalsozialisten über eine Million Menschen in Gaskammern im KZ Auschwitz und anderen Vernichtungslagern mit „Zyklon B” um, einem Gift auf Basis flüssiger Blausäure.
Die Nachrichten aus Arizona sind in den USA nicht unbemerkt geblieben. Robert Dunham, Direktor des US-Informationszentrums für die Todesstrafe, das Medien und die Öffentlichkeit zur Todesstrafe aufklärt, sagte gegenüber „The Guardian“:

„Man muss sich fragen, was sich Arizona dabei gedacht hat, zu glauben, dass es im Jahr 2021 akzeptabel ist, Menschen in einer Gaskammer mit Zyanidgas hinzurichten. Hat jemand da die Geschichte des Holocausts gelernt?“.

Sobald die Gaskammer in Betrieb genommen wird, werden die Insassen des Todestrakts in Arizona vor zwei gleichermaßen grausame Optionen gestellt – entweder Gaskammer oder eine tödliche Injektion. In beiden Fällen berichteten die Augenzeugen von langer und quälender Exekution, die stundenlang dauern kann.
Zuvor hatte „The Guardian“ mitgeteilt, der Bundesstaat Arizona habe sich eine Lieferung von Pentobarbital für „unglaubliche 1,5 Millionen US-Dollar“ besorgt. Das Beruhigungsmittel wird aktuell als Hauptmethode für die tödliche Injektion verwendet werden.
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