Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Endgültiges Aus der Uran-Produktion in Deutschland

CC BY-SA 3.0 / Geomartin / Wikimedia CommonsUranium (Symbolbild)
Uranium (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.06.2021
Abonnieren
Die Uran-Produktion in Deutschland kommt nach 75 Jahren endgültig zum Erliegen. Am Dienstag erfolgt der letzte Transport, wie die Wismut GmbH in Königstein mitteilt.
„Nach 75 Jahren endet in Sachsen ein wichtiger Teil deutscher Geschichte, der während des Kalten Krieges begann und bis heute fortwirkt. Mit dem Abtransport des letzten Urans vom Wismut-Standort Königstein scheidet Deutschland aus der Liste der uranproduzierenden Staaten aus“, gab das bundeseigene Unternehmen am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt.
Der letzte Transport soll nach Angaben der Firma ein 19,5 Tonnen schweres Gemisch aus Wasser und Uranoxid enthalten. Es handelt sich dabei um das Uran, das bei der Wasserreinigung am Standort Königstein abgetrennt und in zwei Silos eingelagert wurde. Seit 1997 wird das Gemisch an die US-Firma „Nuclear Fuels“ verkauft. Unter Aufsicht der Europäischen Atomgemeinschaft Euratom und der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA seien die beiden Silos zum letzten Mal geleert worden, so das Unternehmen.
In Deutschland endete die Produktion von Uran im Jahr 1990. Trotzdem fielen nach Angaben des Unternehmens bei der Sanierung der Hinterlassenschaften in Sachsen und Thüringen noch 3.350 Tonnen Uran an. Das radioaktive Element werde auch künftig bei Sanierungsarbeiten anfallen. Die Mengen seien aber so gering, dass eine separate Abtrennung nicht mehr sinnvoll sei.

Zerstörung und Reparation

Die DDR war bis 1990 der viertgrößte Uranproduzent der Welt. Das im Kalten Krieg gegründete Bergbauunternehmen „Wismut“ entwickelte sich bis 1990 zum größten Einzelproduzenten von Urankonzentraten weltweit. Den Preis hätten aber die Menschen vor Ort bezahlt: „Mit zerstörten Landschaften, verschwundenen Ortschaften, massiven Verunreinigungen von Luft, Böden und Gewässern, mit Gesundheitsschäden, sozialen Verwerfungen und zurückbleibenden ökologischen Risiken“, schreibt das Unternehmen.
Von 1946 bis zur Einstellung wurden 216.350 Tonnen Uran produziert und in die Sowjetunion als Reparationsleistung geliefert. Seit 1991 werden die Schäden, die der Bergbau hinterließ, durch die „Wismut“ im Auftrag der Bundesregierung behoben. Der Bund soll dafür bisher 6,8 Milliarden Euro bereitgestellt haben.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала