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„Deutschland kann mehr“: Ukraines Präsident Selenski erhofft sich Rüstungslieferungen aus Berlin

© SNA / Stringer / Zur BilddatenbankDer ukrainische Präsident Wladimir Selenski
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenski - SNA, 1920, 01.06.2021
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Robert Habecks umstrittene Äußerungen tragen nun Früchte: Der ukrainische Präsident Wladimir Selenski hat sich in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“) am Dienstag mehr Unterstützung von Deutschland gewünscht, insbesondere in Form von Waffenlieferungen.
Zunächst betonte Selenski Deutschlands Rolle bei der Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine. Er sei persönlich „sehr dankbar“, dass Angela Merkel „eine Menge für die Ukraine getan“ habe. Aber „Deutschland kann mehr“, glaubt der Präsident.
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Die Ukraine habe keine Flotte, ihre Küsten seien nicht geschützt. Daher brauche man letale Waffen, betonte Selenski. Deutschland seinerseits habe „großartige Schiffe: Schnellboote, Raketen-Schnellboote, Patrouillenboote“.
„Deutschland hat uns keine militärische Hilfe geleistet, aber es könnte das tun“, meinte Selenski gegenüber der „FAZ“.
Sonst würde sich der ukrainische Präsident auch auf weitere Militärgeräte aus Deutschland freuen, wie etwa Sturmgewehre oder Funkausrüstung. „Deutschland ist eine führende Nation bei der Produktion von gepanzerten Militärfahrzeugen“, unterstrich Selenski im Gespräch mit der „FAZ“. Dem Präsidenten zufolge ließen die USA bereits Hummer-Geländewagen an die Ukraine liefern.
Auch auf Nord Stream 2 ging Selenski im Interview ein. Die Ostseepipeline, die Russland Gaslieferungen nach Europa an der Ukraine vorbei ermöglichen wird, nannte der ukrainische Präsident „eine sehr scharfe Waffe“. Er zeigte sich davon überzeugt, Moskau wolle damit nur noch Aufmerksamkeit von der Krim, infolge eines Referendums wieder in Russland aufgenommen, ablenken.
„Auch die Aggression im Donbass wurde organisiert, um das Thema Krim zu vergessen“, so Selenski. In diesem Spiel sei Nord Stream 2 eben Trumpf der Russen. „Und ein Teil von Europa hilft ihnen“, sagte er.

Habeck äußert sich umstritten nach seinem Kiew-Besuch

Am vergangenen Montag hatte der Co-Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, nach einem Besuch in der Ukraine den Wunsch der Kiewer Führung nach „Defensivwaffen“ als „berechtigt“ bezeichnet. Seine Äußerung sorgte für scharfe Kritik, auch in den eigenen Reihen. Am Folgetag musste Habeck deshalb präzisieren, er hatte darunter keine Waffen gemeint, sondern Technik wie „Nachtsichtgeräte, Aufklärungsgeräte, Kampfmittelbeseitigung sowie Flug- und Fahrzeuge zur medizinischen Evakuierung“.
Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Johann Wadephul, kommentierte das Interview mit Selenski:

„Die sehr konkreten Wünsche des ukrainischen Präsidenten zeigen, welche Erwartungen die Grünen mit Habecks Einlassungen erweckt haben“.

Aus ukrainischer Sicht sei die Forderung nach diesen spezifischen Waffensystemen zwar nachvollziehbar, aber es sei immer noch „unverantwortlich, vage Waffenlieferungen ins Schaufenster zu stellen“. Denn der Konflikt im Donbass werde sich nicht militärisch lösen lassen, glaubt Wadephul. „Deshalb sind Waffenlieferungen in diesem Fall der falsche Weg“, betonte der CDU-Politiker gegenüber der „FAZ“.
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