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Nach fast 80 Jahren: Bayern gibt von Nazis geraubtes Kunstwerk zurück

CC BY-SA 4.0 / Joseph Wopfner / Fischerboote bei Frauenchiemsee (cropped)Joseph Wopfner, Fischerboote bei Frauenchiemsee, 1884, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München
Joseph Wopfner, Fischerboote bei Frauenchiemsee, 1884, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München - SNA, 1920, 01.06.2021
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Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben ein Gemälde aus der NSDAP-Parteizentrale an seine rechtmäßigen Besitzer, eine jüdische Familie, zurückgegeben, meldet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf die Pinakotheken.
Demzufolge handelt es sich um das Bild „Fischerboote bei Frauenchiemsee“ des Malers Joseph Wopfner (1843-1927) aus dem Jahr 1884. Der Nazi-Funktionär und Kriegsverbrecher Martin Bormann hatte das Gemälde im März 1942 bei einer Auktion in München für die NSDAP-Parteizentrale ersteigert.
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Das 50x72,8 Zentimeter große Kunstwerk gehörte nach Angaben der Staatsgemäldesammlungen einst dem Nürnberger Spielwarenfabrikanten und Kunstsammler Abraham Adelsberger (1863-1940). Der überließ es 1933 seinem Schwiegersohn Alfred Isay (1885-1948) in Köln, der es auf der Flucht vor den Nationalsozialisten mit nach Amsterdam nahm.
Doch dort wurden die Mitglieder der Familie ab Mai 1940 nach der deutschen Besatzung der Niederlande in Konzentrationslager verschleppt.
Wann genau Isay das Gemälde von Wopfner weggab, konnte nicht geklärt werden. Die Indizien sprachen aber laut der DPA dafür, dass er es zur Zeit der deutschen Besatzung unter dem Druck der Verhältnisse in den Niederlanden aus der Not heraus verkaufte. Nach Kriegsende wurde es von der amerikanischen Militärregierung sichergestellt und in den Münchner Central Collecting Point überführt.
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Nun befindet sich das Bild wieder im Besitz der Familie Adelsberger-Isay, die die Rückgabe begrüßte.
„Wir hoffen, dass diese Angelegenheit auf der ganzen Welt verbreitet wird, damit auch zukünftige Generationen die Geschichte der Familie Adelsberger-Isay während des schrecklichen Holocaust kennenlernen“, zitiert die Agentur den Anwalt der Familie, Nathan Scheftelowitz.
Es ist das 20. Mal, dass die Staatsgemäldesammlungen nach der Washingtoner Erklärung von 1998 Raubkunst zurückgaben.
„Jede Restitution dient der Bewusstmachung einstigen Unrechts, einstiger Lebensschicksale und oft auch der Verluste, Vertreibungen und Ermordungen“, sagte der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Bernhard Maaz.
Bayerns Kunstminister Bernd Sibler betonte, dass den Familien Adelsberger und Isay von den Nationalsozialisten großes Leid zugefügt worden sei: Sie seien verfolgt, aus ihrer Heimat vertrieben und in Konzentrationslager verschleppt worden.
„Ich bin froh, dass wir Joseph Wopfners Gemälde an seine rechtmäßigen Besitzer zurückgeben können“, meinte der CSU-Politiker. „Diese unsäglichen Gräueltaten können wir mit der Rückgabe des Kunstwerks nicht ungeschehen machen, sie soll aber zu mehr Gerechtigkeit beitragen.“
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Für die Familie ist die Suche nach ihrem Besitz laut Scheftelowitz aber noch lange nicht vorbei. Die Sammlung Isay-Adelsberger habe noch eine Fülle von Gemälden und Porzellangegenständen enthalten, die noch nicht restituiert worden seien.
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