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Meditieren am Fließband: Amazon stellt Sitzboxen zur Erholung in Lagern auf

© SNA / Alexej Witwizkij / Zur BilddatenbankAmazon-Logo
Amazon-Logo  - SNA, 1920, 01.06.2021
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„Ama-Zen“ nennt sich die Box, die an eine Telefonkabine erinnert. Diese stellt der Logistikriese Amazon in seinen Logistikhallen Mitarbeitern zur Verfügung. In eng abgemessenem Raum schnell mal meditieren und dann wieder ans Fließband – scheint die Devise zu sein.
Amazon steht regelmäßig wegen der Arbeitsbedingungen in seinen Logistiklagern in der Kritik. Im Zeichen der Optimierung ist die Arbeit dort eng getaktet, monoton und anstrengend. Ob aus Gründen der Besinnung oder doch nur zur Imagepflege: Das Unternehmen will an diesen Zuständen etwas ändern, indem es Programme zur Verbesserung der psychischen und körperlichen Gesundheit seiner Mitarbeiter in den Logistikzentren umsetzt.
Einer dieser Bausteine zu einer harmonischeren Arbeitswelt beim großen Corona-Gewinner sind die neulich eingeführten „Ama-Zen“-Boxen. Optisch ähneln sie Telefonkabinen, die in der Logistikhalle aufgestellt sind und in die sich Mitarbeiter zurückziehen können, um – zu meditieren.
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Für eine möglichst effiziente Erholung auf engem Raum und in angemessener Zeit verfügen diese Boxen laut dem Portal Vice über Ventilatoren, die sozusagen den überhitzten Mitarbeiter schnell herunterkühlen sollen. Dazu findet sich die eine oder andere Pflanze in den kleinen normierten Würfeln der Ruhe und ein blaues Licht, das das Gefühl von blauem Himmel vermitteln soll. Zum wirklichen Himmel und zu Bäumen ist der Weg dann vielleicht doch zu weit. Und in dieser Idylle wird der Mitarbeiter in Videos von angenehmen Stimmen durch angeleitete Meditationen geführt. Diese komischen Übungen, bei denen man zu sich findet, seinen Körper wieder wahrnimmt. Das kann man jetzt also auch im Logistik-Lager von Amazon in einem telefonkabinenähnlichen Séparée des Friedens haben.
Laut dem Amazon-Watchblog, der über diese Entwicklung berichtet hat, ist noch unklar, ob diese Logistik-Innovation auch in deutschen Lagern Einzug hält. Ein Mitarbeiter eines Lagers kommentierte das Konzept gegenüber dem Blog jedenfalls mit klaren Worten: „Diese Meditationsboxen sind einfach nur lächerlich! Die wollen mit ihren neuen Gesundheitsmaßnahmen einfach nur besser dastehen in der öffentlichen Wahrnehmung! Was soll eine solche Box denn bitte bringen? Ich vermute, dass du, wenn du die nutzen willst, das von deinen Überstunden abgezogen bekommst!“
Eine bessere Investition seien aus Sicht dieses Mitarbeiters Massagen für die Mitarbeiter oder weitere Arbeitsmittel für körperlich schwere Arbeit. Diese seien aber dem Unternehmen zu teuer, vermutet er. Auch vom Amazonblog befragte Experten konnten keine bekannten Erkenntnisse zu solchen Neuerungen am Arbeitsplatz nennen. Sie betonten aber, dass eine bessere Gestaltung im Bereich Arbeitszeit und -intensität deutlich wichtiger sei und zuerst angegangen werden sollte.
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