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Illegaler Handel mit Kindern aus Sri Lanka? UNO rügt die Schweiz

© CC0 / Hans / PixabaySchweizer Flagge
Schweizer Flagge  - SNA, 1920, 01.06.2021
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In den 1980er Jahren wurden fast tausend Kinder aus Sri Lanka illegal adoptiert. Aufgrund des fehlenden Engagements des Schweizer Staates entschied sich das UNO-Komitee gegen das Verschwindenlassen, die Schweiz dafür zu rügen. Neben der Rüge forderte sie die Schweiz auch zum Handeln auf. Die Betroffenen sehen der Entwicklung hoffnungsvoll zu.
Die Schweiz erhält in einem neuen Bericht des UNO-Komitees gegen das Verschwindenlassen von Menschen eine Rüge. Grund dafür ist Kinderhandel, der in die 1980er Jahre zurückgreift. Damals, während des Bürgerkrieges in Sri Lanka, gab es ein riesiges Aufkommen an Adoption der dortigen Kinder. Diese wurden jedoch illegal adoptiert, ohne Einwilligung der Eltern.
Das Komitee empfiehlt der Schweiz, zu handeln und den Opfern des Kinderhandels mit Reparationen entgegenzukommen. Fast tausend Menschen waren von diesen illegalen Adoptionen betroffen und kennen somit ihre leiblichen Eltern nicht. In vielen Fällen wurden die Geburtsurkunden gefälscht und sogar das Geburtsdatum verfälscht niedergeschrieben, zeigt das „Schweizer Radio und Fernsehen“ (SRF) in einer Kurzreportage vom letzten Jahr.
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Offensichtlich wussten die Behörden in den 1980er Jahren, dass etwas nicht stimmt. Sie taten jedoch nichts, um den Kinderhandel zu verhindern. Auch jetzt reagiert der Bundesrat sehr vorsichtig auf die Rüge. Dem SRF sagte Ingrid Ryser vom Bundesamt für Justiz, dass die Empfehlung des Komitees zur Kenntnis genommen wurde. Momentan müsse jedoch erst diese Empfehlung zur Wiedergutmachung auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden.
Eine generelle Widergutmachung käme für Ryser jedoch nicht infrage. Es werde vielmehr nach den Fällen der einzelnen Opfer geschaut. Auch für die Betroffenen bedeutet dieser Bericht Hoffnung. Die Präsidentin des Betroffenen-Vereins „Back tot he Roots“ sagte zum SRF, der Bericht sei „hilfreich, weil er die Schweiz nochmals auf eine andere Art in die Pflicht nimmt“. Dabei stehe vor allem im Vordergrund, dass die Betroffenen den Kontakt zu ihren leiblichen Eltern wiederherstellen wollen. Eher sekundär betrachtet werde die finanzielle Widergutmachung vonseiten des Staates.
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