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Das Schlimmste im Auge haben, das Beste hoffen – Stimmung des europäischen Business in Russland

© SNA / Witalij TimkiwEU-Russland-Geschäft (Symbolbild)
EU-Russland-Geschäft (Symbolbild) - SNA, 1920, 31.05.2021
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In Moskau wurden die Ergebnisse einer Studie über die Geschäftsstimmung europäischer Unternehmen in Russland vorgestellt, die von der Assoziation des Europäischen Business (AEB) in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Institut für Marketing und Sozialforschung GfK Rus durchgeführt wurde.
Trotz negativer Erwartungen in Bezug auf die Pandemie gelang es Russland, sie erfolgreicher als erwartet zu überstehen, heißt es in der Studie. Das Business von heute ist für die unmittelbare Zukunft in Hochstimmung. Als die Unternehmen in eine Krise gerieten, hatten alle düstere Erwartungen, die von der Ungewissheit getrieben wurden. Tatsächlich stellte sich heraus, dass viele das Jahr 2020 nicht so leicht, aber schmerzlos überstanden haben: 65 Prozent der Unternehmen gaben an, dass ihr Umsatz im Jahr 2020 nicht gesunken ist, und bei 46 Prozent der Unternehmen stieg er sogar.

Hoher Optimismus

Trotz des Rückgangs der makroökonomischen Indikatoren in Russland verbesserte sich die Geschäftsstimmung Anfang 2021: Die kurz- und langfristigen Erwartungen an die Entwicklung der russischen Wirtschaft sind deutlich gestiegen. Dies wurde von 64 bzw. 79 Prozent der Unternehmen festgestellt, was sich in der Dynamik der Investitionen widerspiegelt. Europäische Unternehmen sind weiterhin geschäftlich tätig und verlassen den russischen Markt nicht. Inmitten eines erfolgreicheren Jahresanfangs 2021 als erwartet wächst ihre Investitionsbereitschaft. Der Prozentsatz derjenigen, die definitiv ihre Investitionen erhöhen würden, hat in den letzten sieben Jahren ein Rekordniveau erreicht - 45 Prozent der Unternehmen. Eine Reihe offizieller Quellen bestätigt die allmähliche wirtschaftliche Erholung in Russland. Laut Rosstat, dem Föderalen Dienst für Statistik, stieg die Industrieproduktion in Russland im April 2021 um 7,2 Prozent. Die Hauptgründe für den Eintritt in den russischen Markt und die künftige Präsenz hier sind nach wie vor das hohe Potenzial des Marktes, seine Entwicklung und sein großes Volumen. Das wurde von mehr als 90 Prozent der Unternehmen festgestellt.

Negative Faktoren

Die negativsten Auswirkungen auf die Aktivitäten der AEB-Mitgliedsunternehmen in Russland sind laut den befragten Unternehmern die Sanktionen gegen Russland (75 Prozent), die US-Politik gegenüber Russland (65 Prozent) und die russischen Sanktionen gegen die EU und die Vereinigten Staaten (55 Prozent). Die Haupthindernisse für europäische Unternehmen in Russland sind ihrer Meinung nach regulatorische Beschränkungen. Die negativen Auswirkungen dieses Faktors nehmen zu – 84 Prozent der Befragten gaben an, dass dies das größte Hindernis für ihre Aktivitäten in Russland sei. „Die meisten Probleme des vergangenen Jahres wurden im Bereich der Interaktion mit gesetzgebenden Strukturen festgestellt. Die Pandemie hatte gewisse Auswirkungen. Insbesondere die regionalen Behörden erteilten Aufträge, die das Geschäft negativ beeinflussten und sofort zusätzliche Investitionen forderten. Aber nicht alles kann auf die Pandemie zurückgeführt werden, obwohl epidemiologische Einschränkungen und unzuverlässige Lieferketten eine negative Rolle gespielt haben“, so Alexej Dorofejew, Geschäftsführer der GfK Rus.
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Nachhaltige Geschäftsentwicklung

Bereits heute haben für 59 Prozent der Unternehmen Fragen der nachhaltigen Entwicklung Priorität und sind in den TOP-3-Haupttätigkeitsbereichen enthalten. Die Pandemie hat das Interesse am Thema nachhaltige Entwicklung geweckt. In mehr als einem Viertel der Unternehmen hat es die Einführung oder Entwicklung eines Programms für nachhaltige Entwicklung angeregt. Insgesamt haben 64 Prozent der Unternehmen eine Strategie für nachhaltige Entwicklung entwickelt und bereits verabschiedet. Die meisten Unternehmensvertreter sind der Ansicht, dass die Umsetzung von Initiativen in diesem Bereich zur Verbesserung der finanziellen und wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens beiträgt.
„Obwohl das Geschäftsumfeld aus einer Reihe von Gründen heute nicht ideal ist, deuten das Wachstum der Investitionstätigkeit und die Ausrichtung auf eine nachhaltige Geschäftsentwicklung darauf hin, dass die COVID-19-Pandemie die Investitionsattraktivität Russlands in den Augen ausländischer Investoren nicht grundlegend verändern und die Pläne europäischer Unternehmen in Russland stören kann“, kommentierte Tadzio Schilling, CEO der AEB, die Ergebnisse der Studie.
„Leider ist die reale Situation nicht so positiv. Wir wissen nicht, woher der nächste ‘schwarze Schwan‘ zu uns fliegen wird. Wir sehen, dass die politische Situation sehr schwierig ist. Leider wirkt sich das direkt auf die Wirtschaft aus. Deshalb müssen wir uns, wie man in Russland sagt, auf das Schlimmste vorbereiten und dabei das Beste hoffen“, resümierte Alexej Dorofejew.
Die aktuelle Umfrage wurde in April-Mai 2021 durchgeführt. Daran nahmen 105 Unternehmen teil. Die GfK-Rus ist Teil der internationalen GfK-Gruppe, eines der fünf größten Unternehmen der Welt auf diesem Forschungsgebiet. Die GfK-Gruppe wurde 1925 von den deutschen Wirtschaftsprofessoren Wilhelm Vershofen und Ludwig Erhard gegründet. Die Repräsentanz der GfK-Gruppe in Russland wurde 1991 eröffnet.
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