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Amerikaner saß 32 Jahre unschuldig in Haft - Medien

© CC0 / Pixabay/Ichigo121212Gefängnis (Symbolbild)
Gefängnis (Symbolbild) - SNA, 1920, 31.05.2021
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Der heute 56-jährige Amerikaner Gilbert Lee Poole Jr. aus Pontiac (US-Bundesstaat Michigan), der vor 32 Jahren wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, ist am vergangenen Mittwoch für unschuldig befunden und aus dem Gefängnis entlassen worden. Dies berichtet die Zeitung „The Detroit News“.
Demnach war der Mann im Juni 1988 für den Mord an Robert Mejia verurteilt worden. Pooles Freundin hätte ihn damals belastet: Sie habe ausgesagt, dass er ihr von einem Totschlag erzählt habe. Außerdem sollten einem Experten zufolge Pooles Zähne zu einer Bisswunde des Mordopfers gepasst haben.
Allerdings hat der Verurteilte die Tat stets bestritten. Nun entlasten ihn DNA-Spuren an Blutproben, die damals sichergestellt worden waren. Die neuen Tests hätten ergeben, dass das Blut weder von dem Opfer noch von Gilbert Lee Poole Jr. stammen würde.
Außerdem sei die Methode der Bisswunden-Analyse inzwischen wissenschaftlich verworfen, so die Generalstaatsanwältin von Michigan, Dana Nessel.
Nessel habe den Richter in Oakland aufgefordert, die Haftstrafe aufzuheben. Sie betonte: „Wenn wir nur gewusst hätten, was wir jetzt wissen, hätte Poole niemals drei Jahrzehnte im Gefängnis für einen Mord gesessen, den er nicht begangen hat.“ Weiter sagte sie: „Wir können ihm die Zeit nicht zurückgeben, die er verloren hat. Das tut mir wirklich leid.“
Ein Gerichtsurteil (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.05.2021
Totschlag von 13-Jährigem in Berlin-Mitte: Angeklagter zu zwölf Jahren Haft verurteilt
Poole selbst erklärte: „Ich habe Jahrzehnte gelernt, gelesen, das Gesetz studiert (…) Aber das hat mir nicht geholfen. Ich war trotzdem noch hier.“ Schließlich habe Gott ihm „Engel“ gesandt. Damit könnte er die Menschen meinen, die ihm geholfen haben: Seine Anwältin und Angehörige der Universität, die sich für ihn eingesetzt haben, wie das US-Portal „MLive“ berichtete.
Die vielen verlorenen Jahre werde er nicht zurückbekommen, so US-Medien, aber er könnte Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung haben: 50.000 Dollar (umgerechnet 41.029 Euro) pro zu Unrecht inhaftiertem Jahr. Dann könnte Poole bald Millionär sein.
Das Geld könnte ihm helfen, die Welt neu kennenzulernen. Denn die hat sich gründlich verändert: Bei seinem Haftantritt am 22. Juni 1989 herrschte noch der Kalte Krieg, für normale Bürger gab es kein Internet und keine Mobiltelefone. Inzwischen fahren in den USA die ersten selbstfahrenden Autos.
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