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Herdenimmunität in Deutschland gegen Corona bis Herbst? Virologe Streeck ist skeptisch

© AP Photo / Markus SchreiberCorona-Pandemie in Deutschland (Symbolbild)
Corona-Pandemie in Deutschland (Symbolbild) - SNA, 1920, 30.05.2021
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Der Virologe Hendrik Streeck hat sich in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Deutschen Presse-Agentur über die Herdenimmunität gegen das Coronavirus sowie das Impfen von Kindern geäußert.
Mit einer Corona-Herdenimmunität bis Herbst rechnet der Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn eigenen Angaben zufolge nicht.
„Ich bin skeptisch. Wir haben es ja nicht mit Impfstoffen zu tun, die vollständig vor einer Infektion schützen.“
Auch Vakzinierte mit hoher Antikörperreaktion könnten sich mit dem Virus infizieren und es an andere weitergeben.
„Nur seltener“, zitiert die DPA den Virologen.
Er wies zudem darauf hin, dass die Immunantwort mit der Zeit nachlassen dürfte. „Wie stark der Effekt ist, wird man erst im Herbst bemessen können.“
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Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) verhindern die in Deutschland verwendeten Präparate SARS-CoV-2-Infektionen in einem „erheblichen Maße“ und vermindern das Risiko einer Virusübertragung stark. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung PCR-positiv wird, sei „bereits niedrig, aber nicht Null“.

Herdenimmunität und Corona-Impfung für Kinder

Herdenimmunität bedeutet, dass in einer Bevölkerung so viele Menschen immun gegen ein Virus sind, dass es sich nicht weiter ausbreiten kann. Immun können Menschen nach durchgemachter Krankheit oder einer Impfung sein. Nach Streecks Angaben müssten für eine Herdenimmunität theoretisch auch Kinder geimpft werden.
„Aber deshalb jetzt alle Kinder zu impfen, hielte ich für den falschen Ansatz.“
Es gehe um eine Güterabwägung bei jeder einzelnen Person. Kinder erkrankten „erfreulicherweise“ sehr selten schwer an Corona. Junge Patienten mit einem schweren Verlauf hätten in der Regel auch schwere Vorerkrankungen gehabt.
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Das Risiko einer schweren Erkrankung bei gesunden Kindern durch Covid-19 sei anders als bei kranken Kindern sehr gering.
„Bei Kindern mit Vorerkrankungen ist eine Impfung sinnvoll“, so Streeck.
Wenn die EU-Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht gibt, könnte ab Juni ein Impfangebot für ab Zwölfjährige stehen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, warnte daraufhin vor politischem und gesellschaftlichem Druck auf Eltern.
Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland will sich mit ihrer Empfehlung für die Immunisierung von Kindern ab zwölf Jahren noch Zeit lassen, weil aus ihrer Sicht die Daten über Nebenwirkungen noch zu dünn sind. Sie hat angedeutet, dass sie eine Immunisierung womöglich nur für vorerkrankte Kinder empfehlen könnte.
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Während Ärzte bei der Impfung junger Menschen wegen der dünnen Datenlage eher skeptisch sind, will laut einer Umfrage gut die Hälfte der Eltern in Deutschland ihre Kinder gegen das Coronavirus impfen lassen, sobald dies möglich ist.
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