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Weil sie Buch über Juden las: Studentin in Wien angegriffen – Polizei gibt ihr selbst die Schuld

© CC0 / StockSnapFrau mit Buch (Symbolbild)
Frau mit Buch (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.05.2021
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In der Wiener U-Bahn ist eine Studentin von drei Männern attackiert worden, weil sie ein Buch mit dem Titel „The Jews in the Modern World“ gelesen hat. Als die Frau sich hilfesuchend an die Polizei wandte, sollen die Beamten den Vorfall ignoriert und als „Provokation“ ihrerseits bezeichnet haben. Darüber berichtet die „Wiener Zeitung“.
Demnach war die Judaistik-Studentin in der U-Bahn-Linie U3 unterwegs und las das Buch „The Jews in the Modern World“. Plötzlich seien drei Männer auf sie zugekommen, einer habe sie dann an den Haaren gezogen und als „Judenschlampe“ und „Kindsmörderin“ beschimpft. Die Frau habe sich schließlich befreien können und meldete den Vorfall dem Bericht zufolge der Polizei.
Statt der erhofften Hilfe bekam die Frau eigenen Angaben zufolge die Frage, warum sie „so ein Buch in dieser Konfliktsituation“ lesen müsse. Außerdem hätten die Beamten gefragt, ob sie selbst Jüdin sei. Als sie die Frage verneint habe, sollen die Polizisten gesagt haben, dass man in dem Fall nicht wirklich von Antisemitismus sprechen könne. Sie hätten ihr zudem geraten, den Fall „am besten zu vergessen“.
Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Oskar Deutsch, bezeichnete den Vorfall gegenüber der APA als „verstörend“.
„Erstens wird eine Studentin attackiert, weil sie ein Buch über das Judentum liest. Ein klarer Fall von Antisemitismus. Zweitens schreitet wieder keiner der Zeugen in der U-Bahn ein und obendrauf wird die Betroffene von Polizisten zurückgewiesen“, betonte er.
Der Vorfall zeige auch, dass Antisemitismus kein jüdisches Problem sei, sondern eines der gesamten Gesellschaft.
Nach Angaben der „Wiener Zeitung“ ist das Stadtpolizeikommando beauftragt worden, den Fall zu untersuchen. Derzeit liefen Erhebungen, alle in Frage kommenden Beamten seien kontaktiert worden. Auch disziplinar- oder gar strafrechtliche Ermittlungen in der Sache seien nicht auszuschließen. Die Wiener Polizei verurteile jedenfalls jede Form von Antisemitismus, sagte ein Sprecher.
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