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Milliardenzahlungen vereinbart: Deutschland erkennt Völkermord in Namibia zur Kolonialzeit an

© AFP 2021 / GIANLUIGI GUERCIAVertreter von Herero, Namibia, 2017
Vertreter von Herero, Namibia, 2017 - SNA, 1920, 28.05.2021
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Mehr als 100 Jahre nach den Verbrechen des deutschen Kaiserreichs im heutigen Namibia erkennt die Bundesregierung die Gräueltaten an den Volksgruppen der Herero und Nama als Völkermord an. Die Nachkommen will sie mit einem Milliardenbetrag unterstützen. Damit sind die sechsjährigen Gespräche zwischen beiden Staaten über eine Entschädigung zu Ende.
„Als Geste der Anerkennung des unermesslichen Leids, das den Opfern zugefügt wurde, wollen wir Namibia und die Nachkommen der Opfer mit einem substanziellen Programm in Höhe von 1,1 Milliarden Euro zum Wiederaufbau und zur Entwicklung unterstützen“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den Bundesaußenminister Heiko Maas am Freitag.
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 - SNA, 1920, 27.05.2021
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Zuvor hatten Delegationen beider Länder nach fast sechs Jahren Verhandlungen eine Einigung über eine politische Erklärung erzielt, der beide Regierungen nun zugestimmt haben. Namibia wird als Entschädigung 1,1 Milliarden Euro von Berlin erhalten. Aus diesem Geld sollen vor allem Projekte in den Siedlungsgebieten der betroffenen Völkergruppen finanziert werden. Es geht dabei um Landreform, Landwirtschaft, ländliche Infrastruktur und Wasserversorgung sowie Berufsbildung.
Außerdem soll Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Festakt im namibischen Parlament kommen, um dort offiziell um Entschuldigung zu bitten.
Die Bundesregierung betonte aber, dass sich aus ihrer Anerkennung des Völkermords und der Gründung des Hilfsfonds keine rechtlichen Ansprüche auf Entschädigung ergeben, sondern dass es um eine politisch-moralische Verpflichtung geht.
„Ich bin froh und dankbar, dass es gelungen ist, mit Namibia eine Einigung über einen gemeinsamen Umgang mit dem dunkelsten Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte zu erzielen“, sagte Maas.
Mehr als 30 Jahre (von 1884 bis 1915) besetzte das deutsche Kaiserreich ein Gebiet im südlichen Afrika – das heutige Namibia. Die Gewalt gegen die Volksgruppen der Herero und Nama wird heute als Völkermord gewertet. Deutsche Truppen haben allein zwischen 1904 und 1908 bei der Niederschlagung von Aufständen etwa 65.000 von 80.000 Herero und mindestens 10.000 von 20.000 Nama getötet. Seit 2015 führen Deutschland und Namibia Verhandlungen über eine Entschädigung. Namibia hat bislang das Angebot Berlins als zu niedrig abgelehnt. Eine offizielle Entschuldigung oder Entschädigung gab es von Deutschland bislang nicht.
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