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Mali: Putsch-Anführer lassen inhaftierte Regierungsspitze frei

© AP PhotoMalische Polizei
Malische Polizei - SNA, 1920, 28.05.2021
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Die Anführer des neuerlichen Umsturzes in Mali haben den Interimspräsidenten Bah N‘Daw und Premierminister Moctar Ouane, die vor wenigen Tagen festgenommen worden waren, wieder freigelassen. Dies berichten internationale Medien am Freitag. Erst vor neun Monaten hatte es in Mali einen Militärputsch gegeben.
Nach Angaben eines namentlich nicht genannten Beraters aus Ouanes Umfeld wurden die beiden Regierungsführer in den frühen Morgenstunden freigelassen, nachdem sie seit Montag in einem Militärcamp in Kati 15 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bamako festgehalten worden waren.
Wenige Stunden vor der Entführung hatten die Anführer der Übergangsregierung per Dekret ein neues Kabinett ernannt, aus dem zwei hochrangige Militäroffiziere der Militärjunta ausgeschlossen worden waren. Dazu zählen der bisherige Verteidigungsminister, Oberst Sadio Camara, und Sicherheitsminister Oberst Modibo Koné. Beide gehörten der Militärjunta an, die im August 2020 Präsident Ibrahim Boubacar Keïta gestürzt hatte.
Am Dienstag hatte Malis Vizepräsident, Assimi Goïta, der Anführer des Militärputsches im August 2020, verkündet, dass N’Daw und Ouane zurückgetreten seien.

Reaktionen der internationalen Gemeinschaft

UN-Generalsekretär António Guterres forderte die umgehende Freilassung der beiden Inhaftierten. Auch Deutschland und Frankreich haben die Inhaftierung scharf verurteilt. Frankreich hat Mali mit Sanktionen gedroht und angekündigt, den Fall vor den UN-Sicherheitsrat bringen zu wollen. Eine Vermittlungsdelegation des westafrikanischen Regionalbündnisses Ecowas versuchte seit Dienstag, eine diplomatische Lösung zu finden.
Soldaten in Mali - SNA, 1920, 25.05.2021
Führung der Übergangsregierung in Mali von Soldaten festgenommen
Die Militärjunta hatte im August Präsident Ibrahim Boubacar Keïta gestürzt. Auch Keïta war damals festgenommen und nach Kati gebracht worden. Eine Übergangsregierung, geführt von N'Daw und Ouane, sollte nach dem Putsch im August Reformen und demokratische Wahlen einleiten.
Der instabile Krisenstaat wird seit Jahren von islamistischen Terrorgruppen geplagt. 2013 schlug erst ein massiver französischer Militäreinsatz ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Bamako zurück. Einige dieser Gruppen haben der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (Auch Daesh, IS)* oder Al-Kaida die Treue geschworen. Immer wieder werden auch ausländische Staatsbürger entführt. Frankreich kämpft im riesigen Sahel-Gebiet mit rund 5100 Soldaten gegen Terrorgruppen.
*eine Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten
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