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Rassistischer Ortsname? Grüne Jugend will Ort in Schleswig-Holstein umbenennen

CC BY-SA 4.0 / Raimond Spekking / via Wikimedia CommonsAktivisten der Grünen Jugend (Archivbild)
Aktivisten der Grünen Jugend (Archivbild) - SNA, 1920, 28.05.2021
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Die Grüne Jugend Segeberg in Schleswig-Holstein hat den plattdeutschen Namen der kleinen Gemeinde Negernbötel unter Rassismusverdacht gestellt und fordert eine Umbenennung. Darüber berichteten mehrere deutsche Medien am Freitag.
Der Ortsname enthalte „das sehr verletzende und rassistische N-Wort“, schrieb der Parteinachwuchs auf Instagram. Dabei sind sich die Mitglieder der grünen Jugendorganisation im Klaren, dass der Name der Gemeinde keinen rassistischen Ursprung hat: Dieser komme aus dem Plattdeutschen und bedeute so viel wie „Näher zu der Siedlung“, betonten sie. Gemeint ist näher bei Segeberg als der ferner gelegene Ort Fehrenbötel.
Allerdings würden die allermeisten Menschen heutzutage den Ortsnamen „mit dem rassistischen, Jahrhunderte zur Unterdrückung von schwarzen Menschen genutzten, N-Wort“ assoziieren, argumentierten die Verfasser des Beitrags. Sie hätten vollstes Verständnis dafür, dass Menschen die plattdeutsche Kultur und plattdeutsche Ortsnamen schützen wollten. Wichtig sei jedoch, anzuerkennen, dass Plattdeutsch „keine sehr weit verbreitete Sprache“ mehr sei und der Ortsname heute für die allermeisten Menschen keine Verbindung mit der plattdeutschen Sprache auslöse. Die jungen Politiker möchten den Ort in Näherbötel umbenennen.

Kein Wunsch nach Namensänderung in der Gemeinde

Der Negernböteler Bürgermeister Marco Timme sagte am Freitag, er schätze das politische Engagement der jungen Leute. Es wäre aber besser gewesen, sich an die Gemeindevertretung zu wenden, denn nur dieses Gremium könne den Ortsnamen ändern. Das Thema komme alle paar Jahre wieder hoch, habe ihn schon sein Vorgänger im Amt gewarnt. Diesmal sei es aber „echt schwierig, weil es uns in der Arbeit behindert“, zitiert ihn die Deutsche Presse-Agentur. Das Thema sei in der Gemeinde längst diskutiert und es bestehe kein Wunsch nach Namensänderung.
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Der Landesvorsitzende der Grünen, Steffen Regis, bremste den Parteinachwuchs. Es gebe keinen Anlass, dem Ortsnamen oder gar den Einwohnern rassistische Motive zu unterstellen. „Eine Umbenennung des Ortes steht für uns nicht zur Debatte“, sagte er.
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