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Corona-Impfung für Kinder: Ärzte haben Vorbehalte – jede zweite Familie dafür

Impfung (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.05.2021
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Während Ärzte bei der Impfung junger Menschen wegen der dünnen Datenlage eher skeptisch sind, will gut die Hälfte der Eltern in Deutschland ihre Kinder gegen das Coronavirus impfen lassen, sobald dies möglich ist. Wenn die EU-Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht gibt, könnte ab Juni ein Impfangebot für ab Zwölfjährige stehen.
Darauf verständigten sich Bund und Länder bei ihrem Gipfel am Donnerstag. Die EMA berät am Freitag über die Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren. Der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt warnte daraufhin vor politischem und gesellschaftlichem Druck auf Eltern.
„Die Datenlage zu Risiken und Nutzen einer möglichen Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen ist derzeit noch so unzureichend, dass man keine Empfehlung abgeben kann“, sagte Reinhardt der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag).
Eltern sollten nicht zur Vakzinierung ihrer Kinder gedrängt werden, mahnte der Ärztepräsident. „Schon gar nicht darf die Teilnahme am Präsenzunterricht von einer Impfung abhängig gemacht werden. Dies wäre nichts anderes als eine Corona-Impfpflicht durch die Hintertür.“
Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland will sich mit ihrer Empfehlung für die Immunisierung von Kindern ab zwölf Jahren noch Zeit lassen, weil aus ihrer Sicht die Daten über Nebenwirkungen noch zu dünn sind. Sie hat angedeutet, dass sie eine Impfung womöglich nur für vorerkrankte Kinder empfehlen könnte.

Jede zweite Familie für Impfung

Skepsis gibt es auch bei den Intensivmedizinern, aber aus anderen Gründen: „Kinder erkranken häufig asymptomatisch oder im Verlauf harmlos und haben deshalb derzeit bei knappen Impfstoffkapazitäten keine dringliche Indikation für eine Impfung“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Florian Hoffmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).
Impfung mit dem Coronavirus-Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer in Bonn - SNA, 1920, 27.05.2021
Impfungen für Jugendliche sollen in Deutschland ab 7. Juni starten
Gut die Hälfte der Familien in Deutschland will ihre Kinder voraussichtlich gegen das Coronavirus impfen lassen, sobald dies möglich ist. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“.
Demnach sind 51 Prozent der Befragten, bei denen Kinder im Haushalt leben, für eine Vakzinierung des Nachwuchses, 40 Prozent der Erziehungsberechtigten lehnen die Schutzimpfung für die Kinder dagegen derzeit ab. Der Rest äußerte sich unentschieden.
Bei ostdeutschen Familien überwiegt mit 53 Prozent die Ablehnung, im Westen will mit 54 Prozent die Mehrheit die eigenen Kinder immunisieren lassen.
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