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Vorfall an Grenze: Aserbaidschan nimmt sechs armenische Soldaten gefangen

© AFP 2021 / KAREN MINASYANArmenische Soldaten patrouillieren Waffenstillstandslinie zwischen Armenien und Aserbaidschan
Armenische Soldaten patrouillieren Waffenstillstandslinie zwischen Armenien und Aserbaidschan - SNA, 1920, 27.05.2021
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Ein neuer Zwischenfall in der Grenzregion Gegharkunik hat für neue Spannungen im Konflikt zwischen Eriwan und Baku gesorgt: sechs armenische Soldaten sind am Donnerstag von der aserbaidschanischen Armee gefangen genommen worden.
Wie das Außenministerium von Aserbaidschan mitteilte, hat „die Aufklärungs- und Sabotagegruppe“ am frühen Morgen versucht, die Grenze zu überqueren und auf Versorgungswegen Minen zu legen. Der Vorfall verstoße gegen die im November unter Vermittlung Russlands geschlossene Vereinbarung über die Waffenruhe in Bergkarabach.
Aserbaidschans Verteidigungsministerium bezeichnete den Vorfall als Provokation:
„Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium meldete eine Provokation der armenischen Streitkräfte im Grenzgebiet in Richtung Kelbajar. Eine Gruppe armenischer Saboteure versuchte, ins aserbaidschanische Gebiet einzudringen“, schrieb Leyla Abdullayeva, offizielle Vertreterin des aserbaidschanischen Außenministeriums, in ihrem Konto auf Twitter.
Dies sei ein weiterer provokativer Akt und ein Verstoß gegen die Einigung auf Waffenruhe in Bergkarabach.
Laut Armeniens Verteidigungsministerium hatten die Soldaten lediglich Bauarbeiten durchgeführt, bei denen ein Minenfeld mit Warnschildern gekennzeichnet worden sei. Daraufhin seien sie „umstellt und gefangen genommen“ worden. Die Soldaten seien zudem auf der armenischen Seite der Grenze gefangen genommen worden, hieß es.
Der amtierende armenische Premierminister Nikol Paschinjan sagte seinerseits, jemand wolle, dass die armenische Seite sich mit der Präsenz des aserbaidschanischen Militärs im Land abfinde. Eriwan werde das aber nicht tun.
„Eines der (feindlichen – Anm.d.Red.) Ziele besteht darin, eine solche Entwicklung sicherzustellen, dass die Anwesenheit ihrer Streitkräfte auf unserem Territorium als selbstverständlich und gewöhnlich gilt, was aber nie möglich ist. Und das zweite Ziel ist es, einen militärischen Zusammenstoß zu provozieren, damit die Situation außer Kontrolle gerät“, sagte Paschinjan in einer Regierungssitzung.
Nach seinen Worten sollte Armenien dies nicht tolerieren. Die aserbaidschanischen Streitkräfte müssten das Gebiet Armeniens bedingungslos verlassen, betonte der Politiker.

Konflikt in Bergkarabach beigelegt

Ende September war der Konflikt in Bergkarabach eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen. Auf beiden Seiten gab es viele Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machten sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Rund 90.000 Menschen, etwa 60 Prozent der Einwohner von Bergkarabach, flohen während der Kämpfe.
Kolonne mit aserbaidschanischen Militärs   - SNA, 1920, 15.03.2021
Aserbaidschan startet erste Militärübungen nach Eskalation in Bergkarabach
Die Konfliktparteien unternahmen mehrere erfolglose Versuche, eine Waffenruhe zu vereinbaren. Schließlich wurde in der Nacht zum 10. November unter Vermittlung Russlands ein Waffenstillstand geschlossen. Die Vereinbarung sieht eine vollständige Waffenruhe in Bergkarabach seit dem 10. November vor. Aserbaidschan und Armenien bleiben dabei in den von ihnen besetzten Stellungen.
Das Dokument regelt außerdem den Austausch von Kriegsgefangenen – sowie die Stationierung von russischen Friedenstruppen entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Korridors Latschin.
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