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Mitverantwortung bei Völkermord in Ruanda: Macron bittet ruandisches Volk um Verzeihung

© AFP 2021 / LUDOVIC MARINDer Französische Präsident Emmanuel besucht Genozid-Gedenkstätte in der ruandischen Stadt Gisozi.
Der Französische Präsident Emmanuel besucht Genozid-Gedenkstätte in der ruandischen Stadt Gisozi.
 - SNA, 1920, 27.05.2021
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Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Mitverantwortung seines Landes an der Nichtverhinderung des Völkermordes in Ruanda 1994 anerkannt und das Volk Ruandas um Vergebung gebeten.
Am Donnerstag besuchte der französische Staatschef eine Gedenkstätte in der Hauptstadt Ruandas, Kigali, wo mehr als 250.000 Opfer des Völkermordes begraben sind, und sagte, er erkenne die Rolle seines Landes bei dem Völkermord in Ruanda.
„Nur diejenigen, die diese Nacht durchlebt haben, können vielleicht vergeben und damit das Geschenk der Vergebung geben“, äußerte er. „Ich stehe heute demütig und mit Respekt an Ihrer Seite, ich bin gekommen, um das Ausmaß unserer Verantwortung zu erkennen“, fügte er hinzu.
„Frankreich hat seine Rolle gespielt und trägt eine politische Verantwortung für die Ereignisse in Ruanda“, so der französische Staatspräsident. Frankreich habe eine Pflicht, einzugestehen, dass es dem ruandischen Volk Leid zugefügt habe, indem es „sich bei der Wahrheitsprüfung ein langes Schweigen erlaubte“.
Frankreich habe nicht eingesehen, dass es sich bei seinem Versuch, einen regionalen Konflikt oder einen Bürgerkrieg zu verhindern, faktisch auf die Seite eines Genozid-Regimes gestellt habe, betonte Macron.
Sein ruandischer Amtskollege Paul Kagame begrüßte Macrons Rede bei einer gemeinsamen Pressekonferenz : „Seine Worte waren wertvoller als eine Entschuldigung. Sie waren die Wahrheit”, sagte er.
Im März hatte eine französische Untersuchungskommission einen Bericht veröffentlicht, der der Regierung des einstigen Präsidenten François Mitterrand vorwirft, blind gegenüber den Vorbereitungen für den Völkermord in Ruanda geblieben zu sein. Eine direkte Mitschuld an dem Genozid in Ruanda wurde Frankreichs im Bericht jedoch abgesprochen. Auch Macron betonte in seiner Rede am Donnerstag, Frankreich sei „kein Komplize“ bei dem Völkermord gewesen.
Ruandas Präsident Paul Kagame (l) und seine Gattin Jeannette Kagame zünden am Kigali-Genozid-Denkmal eine Gedenkflamme anlässlich des 27. Jahrestages des Völkermordes an den Tutsi 1994 an. Kigali, Ruanda, 7. April 2021  - SNA, 1920, 07.04.2021
Völkermord in Ruanda: Macron öffnet französische Archive
Macrons Arbeitsbesuch in Ruanda ist der erste Besuch eines französischen Oberhaupts im Lande seit 2010.
Nach Angaben der Uno hatten Angehörige der ethnischen Hutu-Mehrheit In Ruanda hatten 1994 Im Laufe von drei Monaten mindestens 800.000 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren Angehörige der Minderheit der Tutsi, aber auch viele moderate Hutu wurden umgebracht, die sich nicht am Völkermord beteiligten oder aktiv dagegen einsetzten.
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