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Flug von Wien nach Moskau gestrichen: Austrian Airlines nennt die Gründe

CC BY 2.0 / Gabriel Psarras / Wikimedia CommonsAustrian Airlines (Archivbild)
Austrian Airlines (Archivbild) - SNA, 1920, 27.05.2021
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Die österreichische Fluggesellschaft hat den heutigen Flug von Wien nach Moskau abgesagt. Die Gründe dafür sind nach Unternehmensangaben bei den russischen Behörden zu suchen.
Austrian Airlines hat Flüge durch den Luftraum von Weißrussland nach eigenen Angaben vorübergehend ausgesetzt, bis die europäische Luftfahrtbehörde EASA eine abweichende Empfehlung abgibt.
„Aus diesem Grund ist auch eine Korrektur der Flugroute von Wien nach Moskau erforderlich. Die Routenänderung muss von staatlichen Stellen genehmigt werden. Russische Behörden haben uns keine Genehmigung dafür erteilt. Infolgedessen hat Austrian Airlines den heutigen Flug von Wien nach Moskau absagen müssen“, heißt es in der Mitteilung der Fluggesellschaft vom heutigen Donnerstag.
Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hatte den Fluggesellschaften aus der EU am Mittwoch empfohlen, den weißrussischen Luftraum zu meiden, bis der Vorfall mit der unplanmäßigen Landung einer Ryanair-Maschine in Minsk international untersucht worden sei.

Landung von Ryanair in Minsk

Am Sonntag hatten weißrussische Behörden eine Passagiermaschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit Hilfe eines Kampfjets zur Landung in der Hauptstadt Minsk gebracht – angeblich wegen einer Bombendrohung. Nach Angaben der EU waren 171 Menschen an Bord, darunter Roman Protassewitsch, Gründer des Telegram-Accounts Nexta. Dieser wurde in Weißrussland als extremistisch eingestuft.
Protassewitsch und seine Freundin wurden bei der Überprüfung ihrer Dokumente festgenommen. Gegen ihn ist ein Strafverfahren eingeleitet worden, unter anderem wegen der Organisierung von Massenunruhen. Nun droht ihm eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Die meisten übrigen Passagiere reisten nach langer Verzögerung weiter nach Vilnius.

EU stuft Zwangslandung als Provokation ein

Die EU hat die Zwangslandung der Ryanair-Maschine als Provokation eingestuft. Das Ziel sei es gewesen, den regierungskritischen Blogger zu fassen. Aus Protest gegen die Festnahme von Protassewitsch hat die Europäische Union ihren Luftraum für weißrussische Airlines gesperrt und erwägt nun weitere Restriktionen gegen Minsk.

Weißrussland weist Anschuldigungen zurück

Die weißrussische Regierung weist die Anschuldigungen vehement zurück. Es sei eine eigenständige Entscheidung des Ryanair-Piloten gewesen, in Minsk zu landen, niemand habe ihn dazu gezwungen, sagte Igor Golub, Befehlshaber der weißrussischen Luftwaffe und Luftverteidigung.
Inzwischen hat sich Minsk dazu bereit erklärt, Aufzeichnungen von Gesprächen mit den Fluglotsen zur Verfügung zu stellen. Dem Außenamt in Minsk zufolge hat bisher kein einziger Staat der EU ein Interesse daran angemeldet, sich über den wirklichen Sachverhalt mit der Ryanair-Maschine im weißrussischen Luftraum zu informieren.
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