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Air France streicht für Freitag geplanten Flug Paris-Moskau

© REUTERS / Regis DuvignauPassagiermaschine der Fluggesellschaft Air France (Archiv)
Passagiermaschine der Fluggesellschaft Air France (Archiv) - SNA, 1920, 27.05.2021
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Die Luftfahrtgesellschaft Air France hat einen für diesen Freitag geplanten Flug von Paris nach Moskau streichen müssen. Wie ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Paris sagte, hatte Russland keine neue Überfluggenehmigung erteilt.
Der ursprünglich für den (vergangenen) Mittwoch geplante Flug AF1154 war am Donnerstagmorgen abgesagt worden. Da die EU den Airlines ihrer Mitgliedsländern nachdrücklich empfohlen hatte, den Luftraum über Weißrussland zu meiden, hätte die Crew Weißrussland umfliegen sowie die russische Luftgrenze an einem anderen Punkt passieren müssen, wofür die russische Genehmigung aber ausblieb.
Dem Sprecher zufolge hat Russland bislang gar keine Flüge von Austrian Airlines und Air France in Umgehung Weißrusslands abgestimmt. Dennoch stünden die für Samstag und Sonntag geplanten Air-France-Flüge nach Moskau immer noch auf dem Plan, sagte er.

Zwangslandung von Ryanair-Maschine in Minsk

Nach einer mutmaßlichen Bombendrohung an Bord einer Ryanair-Maschine, die am vergangenen Sonntag von Athen nach Vilnius flog, machte die Crew eine Wende nach Minsk. Weißrussischen Menschenrechtlern zufolge war der Mitbegründer und Chefredakteur des regierungskritischen Telegram-Kanals Nexta, Roman Protassewitsch, an Bord.
Der Kanal gilt in Weißrussland offiziell als extremistisch. Der von der weißrussischen Justiz per Haftbefehl gesuchte Protassewitsch wurde gleich nach der Landung festgenommen. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren. Die Justiz in Minsk wirft dem Oppositionellen unter anderem vor, „Massenunruhen organisiert zu haben“. Bei einem Schuldspruch drohen Protassewitsch bis zu 15 Jahre Haft.

EU stuft Zwangslandung als Provokation ein

Die EU stufte die Zwangslandung der Ryanair-Maschine als Provokation mit dem Ziel, den regierungskritischen Blogger zu fassen, ein. Aus Protest gegen Protassewitschs Festnahme machte die Europäische Union ihren Luftraum für weißrussische Airlines dicht und erwägt nun weitere Restriktionen gegen die Ex-Sowjetrepublik.
Austrian Airlines (Archivbild) - SNA, 1920, 27.05.2021
Flug von Wien nach Moskau gestrichen: Austrian Airlines nennt die Gründe

Minsk weist Anschuldigungen zurück

Weißrussland weist die Anschuldigungen vehement zurück. Der Pilot habe selber die Entscheidung getroffen, in Minsk zu landen, niemand habe ihn dazu gezwungen, sagte der Befehlshaber der weißrussischen Luftwaffe und der Luftverteidigung, Igor Golub.
Inzwischen machte Minsk die Aufzeichnung von Gesprächen von Fluglotsen mit der Crew der irischen Maschine publik. Dem Außenamt in Minsk zufolge hat bislang kein einziger europäischer Staat den Wunsch bekundet, sich über ihren Inhalt zu informieren.
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