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Wegen Überflugverbots – Air France verschiebt Flug nach Moskau um einen Tag

© REUTERS / Regis DuvignauEin Airbus A350 der französischen Fluggesellschaft Air France (Archiv)
Ein Airbus A350 der französischen Fluggesellschaft Air France (Archiv) - SNA, 1920, 26.05.2021
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Wegen der Anweisung der EU an die Fluggesellschaften ihrer Mitgliedsländer, den Luftraum über Weißrussland zu meiden, hat der Carrier Air France seinen für den heutigen Mittwoch geplanten Moskau-Flug um einen Tag verschoben.
„Air France bestätigt, dass der Flug AF1154 von Paris nach Moskau am 26. Mai verschoben wurde, weil der Luftraum über Weißrussland zu meiden ist“, teilte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch in Paris mit.
Das habe eine neue Erlaubnis Russlands erforderlich gemacht, dessen Luftgrenze an einem anderen Punkt zu passieren. Der Flug sei auf den Donnerstag, den 27. Mai, verlegt worden. „Mit anderen Flügen gab es keine Probleme“, fügte der Sprecher hinzu.

Zwangslandung von Ryanair-Maschine in Minsk

Nach einer mutmaßlichen Bombendrohung an Bord einer Ryanair-Maschine, die am vergangenen Sonntag von Athen nach Vilnius flog, machte die Crew eine Wende nach Minsk. Weißrussischen Menschenrechtlern zufolge war der Mitbegründer und Chefredakteur des regierungskritischen Telegram-Kanals Nexta, Roman Protassewitsch, an Bord.
Der Kanal gilt in Weißrussland offiziell als extremistisch. Der von der weißrussischen Justiz per Haftbefehl gesuchte Protassewitsch wurde gleich nach der Landung festgenommen. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren. Die Justiz in Minsk wirft dem Oppositionellen unter anderem vor, „Massenunruhen organisiert zu haben“. Bei einem Schuldspruch drohen Protassewitsch bis zu 15 Jahre Haft.

EU stuft Zwangslandung als Provokation ein

Die EU stufte die Zwangslandung der Ryanair-Maschine als Provokation mit dem Ziel, den regierungskritischen Blogger zu fassen, ein. Aus Protest gegen Protassewitschs Festnahme machte die Europäische Union ihren Luftraum für weißrussische Airlines dicht und erwägt nun weitere Restriktionen gegen die Ex-Sowjetrepublik.
Maschinen der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa in Frankfurt (Archiv) - SNA, 1920, 25.05.2021
Lufthansa streicht Direktflüge nach Minsk – vorerst bis 3. Juni

Minsk weist Anschuldigungen zurück

Weißrussland weist die Anschuldigungen vehement zurück. Der Pilot habe selber die Entscheidung getroffen, in Minsk zu landen, niemand habe ihn dazu gezwungen, sagte der Befehlshaber der weißrussischen Luftwaffe und der Luftverteidigung, Igor Golub.
Inzwischen machte Minsk die Aufzeichnung von Gesprächen von Fluglotsen mit der Crew der irischen Maschine publik. Dem Außenamt in Minsk zufolge hat bislang kein einziger europäischer Staat den Wunsch bekundet, sich über ihren Inhalt zu informieren.
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