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Nach viel Kritik: Spahn verteidigt Aussage zu eingeschleppten Corona-Infektionen

© REUTERS / POOLBundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht vor der wöchentlichen Kabinettssitzung der Bundesregierung im Bundeskanzleramt in Berlin am 26. Mai 2021 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht vor der wöchentlichen Kabinettssitzung der Bundesregierung im Bundeskanzleramt in Berlin am 26. Mai 2021 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. - SNA, 1920, 26.05.2021
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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Kritik an seiner Äußerung zurückgewiesen, dass Türkei- und Balkan-Reisende im vergangenen Jahr zu Corona-Infektionen mit beigetragen hätten. Ihm wurde Stimmungsmache gegen Menschen mit ausländischem Hintergrund vorgeworfen.
„Wenn Sie auf die Länder schauen, wo die Infektion stattgefunden hat, sind unter den ersten zehn Ländern vor allem auch Länder des Westbalkans und die Türkei und die typischen Reiseländer der Deutschen“, sagte Spahn am Mittwochmorgen gegenüber RTL/N-TV. Als Quelle für seine Aussage nannte Spahn die Lageberichte des Robert Koch-Instituts (RKI) von 2020.
Zuvor war Spahn unter anderem aus Albanien und von der Türkischen Gemeinde in Deutschland Stimmungsmache gegen Bevölkerungsgruppen vorgeworfen worden. Grund dafür war seine Äußerung gegenüber RTL/N-TV am Wochenende, dass Auslandsreisen und Verwandtschaftsbesuche in der Türkei und auf dem Balkan im vergangenen Jahr phasenweise rund 50 Prozent der Neuinfektionen ausgelöst hätten.
„Es ist ein Skandal, dass ein deutscher Minister den Balkan öffentlich anprangert und damit auch Menschen mit Migrationshintergrund abwertet“, kritisierte Albaniens Ministerpräsident Edi Rama in der „Bild“-Zeitung. Rama werde nicht zulassen, dass Albanien als Risikobereich für Urlaubsreisen dargestellt werde, denn es gebe keine Zahlen, die dies belegen würden.
Der stellvertretende Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Serhat Ulusoy, sagte seinerseits, Spahn stelle „ganze Bevölkerungsgruppen unter Generalverdacht“ und öffne „Stigmatisierungen Tür und Tor“. Er wolle „Wahlkampf um jeden Preis und auf dem Rücken von Menschen“ machen. Die zweite Welle sei hausgemacht und gutes Corona-Management sehe anders aus, sagte Ulusoy.
Schule in Bonn  - SNA, 1920, 26.05.2021
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Am heutigen Mittwoch ergänzte Spahn seine Aussage vom Wochenende. Die RKI-Daten würden zeigen, dass unter den infizierten Rückkehrern vom Westbalkan und aus der Türkei viele Menschen mittleren Alters und Kinder seien. „Das lässt auf Familienreisen tippen“, so der Gesundheitsminister. Bei Kroatien oder Spanien seien eher jüngere Menschen betroffen gewesen.
Im Vergleich zu damals liege im Moment der Anteil der gemeldeten Neuinfektionen, die ihren Ursprung im Ausland haben, unter einem Prozent. „Das zeigt, das hat viel zu tun gehabt mit den Reisen im Sommer“, so Spahn. Eine ähnliche Entwicklung will er in diesem Jahr durch Tests beim Fliegen und an den Grenzen verhindern.
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