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Polen schließt offiziell Luftraum für weißrussische Flugzeuge

Abflug-Schild  - SNA, 1920, 26.05.2021
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Nach der erzwungenen Landung einer Passagiermaschine in Minsk und der Festnahme des Bloggers Roman Protassewitsch hat Polen laut dem Regierungssprecher Piotr Müller seinen Luftraum für belarussische Fluggesellschaften gesperrt.
„Der Ministerrat hat ein Flugverbot im polnischen Luftraum für die Flugzeuge verabschiedet, die von weißrussischen Luftfahrtunternehmen betrieben werden“, schrieb Müller auf Twitter. So werde ein Teil der Sanktionen umgesetzt, für die sich Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki beim EU-Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs am 24. Mai ausgesprochen hatte.
Zuvor hatte Morawiecki im Namen der Visegrad-Gruppe (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn) vorgeschlagen, dass die Europäische Union den Flugverkehr mit Weißrussland einstellt, bis der in Minsk festgenommene Blogger und Oppositionelle Roman Protassewitsch freigelassen wird.
Am Mittwoch wurde berichtet, dass Polen den Durchflug einer Maschine der weißrussischen Fluggesellschaft „Belavia“ durch den eigenen Luftraum verboten habe. Die polnische Luftfahrtaufsicht dementierte später diese Berichte. Nach Angaben eines Sprechers haben die polnischen Dienste die Piloten lediglich darauf hingewiesen, dass auf das weißrussische Flugzeug beim Einflug in den französischen Luftraum möglicherweise Schwierigkeiten zukämen.
Ein Flugzeug der weißrussischen Fluggesellschaft Belavia - SNA, 1920, 26.05.2021
Polen dementiert Verbot für Durchflug von „Belavia“-Maschine
Die EU-Staaten hatten bei dem Treffen in Brüssel ein umfangreiches Sanktionspaket gegen die ehemalige Sowjetrepublik auf den Weg gebracht. Unter anderem sollen Luftraum und Flughäfen der EU für belarussische Fluggesellschaften gesperrt werden. EU-Fluglinien sollen Belarus nicht mehr überfliegen. Noch offen war den Angaben zufolge, ab wann genau die komplette Sperrung des Luftraums gelten soll. Das Thema erfordere noch Diskussionen unter den EU-Staaten, hieß es.

Zwangslandung von Ryanair in Minsk

Die weißrussischen Behörden hatten am Sonntag eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit Hilfe eines Kampfjets zur Landung in der Hauptstadt Minsk gebracht – angeblich wegen einer Bombendrohung. Nach EU-Angaben waren 171 Menschen an Bord, darunter Roman Protassewitsch, Gründer des Telegram-Accounts Nexta, der in Weißrussland als extremistisch eingestuft worden ist. Protassewitsch und seine Freundin wurden bei der Prüfung ihrer Dokumente festgenommen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen der Organisierung von Massenunruhen. Nun droht ihm eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Die meisten übrigen Passagiere reisten nach langer Verzögerung weiter nach Vilnius.
Auf diesem Aktenfoto überprüft der belarussische Sicherheitsdienst das Gepäck der Ryanair Boeing 737-8AS (Flugnummer FR4978), die am 23. Mai 2021 auf dem Vorfeld des internationalen Flughafens Minsk in Minsk landete.  - SNA, 1920, 26.05.2021
Ryanair-Vorfall in Minsk nicht beispiellos? Bundesregierung äußert sich zu „schiefen“ Vergleichen
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