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Polen dementiert Verbot für Durchflug von „Belavia“-Maschine

© REUTERS / Gleb GaranichEin Flugzeug der weißrussischen Fluggesellschaft Belavia
Ein Flugzeug der weißrussischen Fluggesellschaft Belavia - SNA, 1920, 26.05.2021
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Wie die polnische Luftfahrtaufsicht mitteilt, hat Polen den Durchflug einer Maschine der weißrussischen Fluggesellschaft „Belavia“ durch den eigenen Luftraum entgegen früheren Medienberichten nicht verboten.
Die polnische Luftfahrtaufsicht hat nach Angaben des eigenen Sprechers kein Durchflugsverbot an die Besatzung der „Belavia“-Maschine ausgesprochen, sondern den Piloten lediglich einen Hinweis gegeben, dass auf das weißrussische Flugzeug beim Einflug in den französischen Luftraum möglicherweise Schwierigkeiten zukämen. „Polen hat ihm nichts verboten“, stellte Pawel Lukaschewitsch von der polnischen Luftfahrtbehörde einem Zeitungsbericht zufolge klar.
Zuvor war gemeldet worden, ein Flugzeug der staatlichen weißrussischen Fluggesellschaft „Belavia“ sei auf dem Weg von Minsk nach Barcelona im Himmel über Polen zur Umkehr gezwungen worden.

Zwangslandung von Ryanair in Minsk

Am Sonntag hatten weißrussische Behörden eine Passagiermaschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit Hilfe eines Kampfjets zur Landung in der Hauptstadt Minsk gebracht – angeblich wegen einer Bombendrohung. Nach Angaben der EU waren 171 Menschen an Bord, darunter Roman Protassewitsch, Gründer des Telegram-Accounts Nexta. Dieser wurde in Weißrussland als extremistisch eingestuft.
Protassewitsch und seine Freundin wurden bei der Überprüfung ihrer Dokumente festgenommen. Gegen ihn ist ein Strafverfahren eingeleitet worden, unter anderem wegen der Organisierung von Massenunruhen. Nun droht ihm eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Die meisten übrigen Passagiere reisten nach langer Verzögerung weiter nach Vilnius.
Fluggesellschaft Belavia  - SNA, 1920, 25.05.2021
Großbritannien schließt Luftraum für belarussische Flugzeuge

EU stuft Zwangslandung als Provokation ein

Die EU hat die Zwangslandung der Ryanair-Maschine als Provokation eingestuft. Das Ziel sei es gewesen, den regierungskritischen Blogger zu fassen. Aus Protest gegen Protassewitschs Festnahme hat die Europäische Union ihren Luftraum für weißrussische Airlines gesperrt und erwägt nun weitere Restriktionen gegen Minsk.

Weißrussland weist Anschuldigungen zurück

Die weißrussische Regierung weist die Anschuldigungen vehement zurück. Es sei eine eigenständige Entscheidung des Ryanair-Piloten gewesen, in Minsk zu landen, niemand habe ihn dazu gezwungen, sagte Igor Golub, Befehlshaber der weißrussischen Luftwaffe und Luftverteidigung.
Inzwischen hat sich Minsk dazu bereit erklärt, Aufzeichnungen von Gesprächen mit den Fluglotsen zur Verfügung zu stellen. Dem Außenamt in Minsk zufolge hat bisher kein einziger Staat der EU sein Interesse an Informationen zur tatsächlichen Sachlage angemeldet.
Alexander Lukaschenko (Archivfoto) - SNA, 1920, 26.05.2021
Lukaschenko kommentiert Ryanair-Vorfall: Signal über Flugzeugbombendrohung aus Schweiz eingegangen
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