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Lukaschenko kommentiert Ryanair-Vorfall: Signal über Flugzeugbombendrohung aus Schweiz eingegangen

© SNA / Waleri ScharifulinAlexander Lukaschenko (Archivfoto)
Alexander Lukaschenko (Archivfoto) - SNA, 1920, 26.05.2021
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Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat sich am Mittwoch mit Parlamentariern sowie Mitliedern des Verfassungsausschusses getroffen und sich unter anderem zum Vorfall mir einer Ryanair-Maschine geäußert.
Auf der offiziellen Webseite des weißrussischen Staatschefs wurden die wichtigsten Aussagen vom jüngsten Treffen publik gemacht. Demnach erklärte Lukaschenko während seiner Rede, dass die Gegner Weißrusslands von der Organisation von Krawallen auf dazu übergegangen seien, das Land zu ersticken.
„Wie wir prognostizierten, haben die Missgünstigen von außen sowie innerhalb des Landes Angriffsstrategie auf den Staat verändert. Sie haben zahlreiche rote Linien überschritten sowie die Grenzen von gesundem Verstand und menschlicher Moral“, wird Lukaschenko zitiert.
Das sei kein Informationskrieg, sondern ein moderner hybrider Krieg.
Ferner kommentierte er den Vorfall mit der Ryanair-Maschine, die von Athen nach Vilnius unterwegs war, und lüftete neue Details dazu.

„Wie hätten wir handeln sollen, vor allem vor dem Hintergrund einer Welle von Bombendrohungen gegen unsere Objekte? Sie leben in Weißrussland und wissen: Jeden Tag werden Schulen, Universitäten und Betriebe ,miniert‘. Auch Flugzeuge (sind Ziel von Angriffen) von IP-Adressen in Polen, Litauen und Lettland. In jedem Fall haben wir auf erhaltene Informationen adäquat reagiert.“

Der Präsident betonte, dass mit Hinblick auf den Flug Athen-Vilnius das Signal über die Bombendrohung gegen das Flugzeug aus dem Ausland eingegangen sei, genauer gesagt aus der Schweiz. Dabei sollen die Flughäfen Athen, Vilnius und Minsk diese Meldung zeitgleich erhalten haben. Die weißrussische Seite hätte die Flugzeugcrew gemäß den internationalen Regeln operativ informiert.
„Weil das Flugzeug zu dieser Zeit die Grenze Weißrusslands passiert hat und sich in unserem Luftraum befand“, betonte der Präsident.
Er verwies darauf, dass die Maschine im Gebiet über dem weißrussischen Kernkraftwerk (BelAES) umgeleitet worden sei.
Medien berichten unter anderem unter Berufung auf seine Worte, dass sich im Flugzeug ein Terrorist befunden haben soll und dass man darüber auch außerhalb Weißrusslands Bescheid gewusst hätte. Außerdem soll der Präsident Medienberichten zufolge gesagt haben, dass im Westen auf eine Untersuchung des Falls verzichtet worden sei.
Josep Borrell - SNA, 1920, 24.05.2021
Ryanair-Flugumleitung: Borrell fordert internationale Untersuchung – Weißrussland kommentiert
Die weißrussischen Behörden hatten am Sonntag eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit Hilfe eines Kampfjets zur Landung in der Hauptstadt Minsk gebracht – angeblich wegen einer Bombendrohung. Nach EU-Angaben waren 171 Menschen an Bord, darunter Roman Protassewitsch, Gründer des Telegram-Accounts Nexta, der in Weißrussland als extremistisch eingestuft worden ist. Protassewitsch und seine Freundin wurden bei der Kontrolle ihrer Dokumente festgenommen. Gegen den Blogger wurde ein Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen der Organisation von Massenunruhen. Nun droht ihm eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Das Vorgehen der weißrussischen Behörden löste im Westen massive Kritik aus.
Die meisten übrigen Passagiere reisten nach langer Verzögerung weiter nach Vilnius.
Es hatte bereits mehrere Fälle gegeben, bei denen ein Staat ein Zivilflugzeug zur Notlandung gezwungen hatte. So musste 2013 die Maschine des damaligen bolivianischen Präsidenten Evo Morales auf dem Weg von Moskau in Wien landen, weil Frankreich und Portugal die Überflugrechte für das Flugzeug unerwartet verweigert hatten. Grund dafür war der Verdacht, dass sich der amerikanische Ex-Geheimdienstler und Whistleblower Edward Snowden, dessen Auslieferung die amerikanischen Behörden forderten, an Bord der Präsidentenmaschine befinden könnte. Snowden wurde jedoch bei der Durchsuchung des Flugzeugs nicht an Bord gefunden.
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