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„Keine Meldung der Schweiz“: Bern dementiert Lukaschenkos Erklärung zur Ryanair-Zwangslandung

Genf (Archivbild) - SNA, 1920, 26.05.2021
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Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat die jüngsten Aussagen des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko kommentiert, laut denen mit Hinblick auf den Flug Athen-Vilnius „das Signal über die Bombendrohung gegen das Flugzeug“ aus der Schweiz eingegangen sein soll.
„Die Schweizer Behörden hatten und haben keine Kenntnisse über eine Bombendrohung auf dem Ryanair-Flug Athen-Vilnius“, so das EDA via Twitter. Dementsprechend gab es auch keine Meldung seitens der schweizerischen Behörden an die weißrussischen.
Weißrusslands Staatschef Alexander Lukaschenko hat am Mittwoch erklärt, Minsk habe aus der Schweiz die Information (wörtlich laut offiziellen Angaben „das Signal“) über die Bombendrohung gegen das Ryanair-Flugzeug bekommen. Aus diesem Grund sei die Maschine, die auf dem Weg von Athen nach Vilnius gewesen sei, nach Minsk umgeleitet worden. Dazu gab Lukaschenko keine weiteren Erläuterungen.
Alexander Lukaschenko (Archivfoto) - SNA, 1920, 26.05.2021
Lukaschenko kommentiert Ryanair-Vorfall: Signal über Flugzeugbombendrohung aus Schweiz eingegangen

Hintergrund

Die weißrussischen Behörden hatten am Sonntag eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair mit Hilfe eines Kampfjets zur Landung in der Hauptstadt Minsk gebracht – angeblich wegen einer Bombendrohung. Nach EU-Angaben waren 171 Menschen an Bord, darunter Roman Protassewitsch, Gründer des Telegram-Accounts Nexta, der in Weißrussland als extremistisch eingestuft worden ist. Protassewitsch und seine Freundin wurden bei der Kontrolle ihrer Dokumente festgenommen. Gegen den Blogger wurde ein Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen der Organisation von Massenunruhen. Nun droht ihm eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Das Vorgehen der weißrussischen Behörden löste im Westen massive Kritik aus. Die meisten übrigen Passagiere reisten nach langer Verzögerung weiter nach Vilnius.
Ryanair-Maschine, mit der der weißrussische Oppositionelle Roman Protassewitsch nach Litauen flog, landet in Vilnius. 23. Mai 2021 - SNA, 1920, 26.05.2021
Nach Ryanair-Vorfall in Minsk: Deutsche Politiker erheben Vorwürfe gegen Russland
Es hatte bereits mehrere Fälle gegeben, bei denen ein Staat ein Zivilflugzeug zur Notlandung gezwungen hatte. So musste 2013 die Maschine des damaligen bolivianischen Präsidenten Evo Morales auf dem Weg von Moskau in Wien landen, weil Frankreich und Portugal die Überflugrechte für das Flugzeug unerwartet verweigert hatten. Grund dafür war der Verdacht, dass sich der amerikanische Ex-Geheimdienstler und Whistleblower Edward Snowden, dessen Auslieferung die amerikanischen Behörden forderten, an Bord der Präsidentenmaschine befinden könnte. Snowden wurde jedoch bei der Durchsuchung des Flugzeugs nicht an Bord gefunden.
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