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Nach Ryanair-Vorfall in Minsk: Air France und Finnair meiden belarussischen Luftraum

© REUTERS / Regis DuvignauDie Fluggesellschaft Air France ( Airbus A350)
Die Fluggesellschaft Air France ( Airbus A350) - SNA, 1920, 25.05.2021
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Nach der erzwungenen Landung eines Ryanair-Flugs in Minsk werden die französische Fluggesellschaft Air France und die finnische Airline Finnair vorerst nicht mehr durch den belarussischen Luftraum fliegen.
Die sich auf ihren Flugrouten befindendlichen Maschinen würden ihre Flugpläne ändern, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Verweis auf eine Mitteilung der französischen Firma.
Das finnische Unternehmen schrieb auf Twitter, es werde den weißrussischen Luftraum bis auf Weiteres nicht mehr nutzen. Nach Angaben des Rundfunksenders "Yle" fliegt Finnair nur selten über Belarus. Betroffen sind demnach in erster Linie Flüge in die Türkei und nach Griechenland.
Später wurde berichtet, dass auch Singapore Airlines ihre Routen umleiten wird.
Zuvor hatte die Europäische Union die Fluggesellschaften aufgefordert, Flüge über die Republik Belarus zu verweigern und angekündigt, neue Sanktionen gegen Minsk einzuführen.
Am Montag beschlossen die lettische "Airbaltic", die niederländische KLM, die ungarische "Wizz Air", die die deutsche Lufthansa sowie die Fluggesellschaft Scandinavian Airlines (SAS), vorerst nicht mehr über Weißrussland zu fliegen. Litauen sperrte den Luftverkehr mit Weißrussland.

Ukraine streicht Flugverbindungen mit Weißrussland

Die Ukraine werd ab dem 26. Mai wird den Luftverkehr mit Weißrussland im Zusammenhang mit dem Ryanair-Vorfall in Minsk einstellen, teilte Premierminister Denis Schmygal am Dienstag in einer Mitteilung im Sozialnetz Telegram mit. Die Einschränkung gelte ab 0.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MEZ am Dienstag).
Außerdem dürften die ukrainischen Fluggesellschaften keine Flüge über den weißrussischen Luftraum mehr durchzuführen.

Belarussische Airline Belavia streicht Flüge nach London und Paris

Die staatliche Fluggesellschaft von Belarus setzt ihre Flüge nach London und Paris bis Ende Oktober aus. Belavia reagiere damit auf ein Verbot von Frankreich und Großbritannien für Maschinen aus Weißrussland, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Man bedauere die aktuelle Situation, „die wir nicht ändern können“. Am Vormittag wurde die Verbindung nach Paris zunächst gestrichen.
Die Europäische Union hat ein Flug- und Landeverbot gegen belarussische Fluggesellschaften verhängt. Dies ist Teil eines neuen Sanktionspakets gegen Belarus, auf das sich die 27 Staaten in der Nacht zum Dienstag beim EU-Sondergipfel in Brüssel geeinigt hatten.
US-Präsident Joe Biden - SNA, 1920, 25.05.2021
Ryanair-Vorfall in Minsk: Biden erwägt Optionen, „um Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen“

Zwangslandung von Ryanair in Minsk

Die weißrussischen Behörden hatten am Sonntag eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit Hilfe eines Kampfjets zur Landung in der Hauptstadt Minsk gebracht – angeblich wegen einer Bombendrohung. Nach EU-Angaben waren 171 Menschen an Bord, darunter Roman Protassewitsch, Gründer des Telegram-Accounts Nexta, das in Weißrussland als extremistisch eingestuft worden ist. Protassewitsch und seine Freundin wurden bei der Prüfung ihrer Dokumente festgenommen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen der Organisierung von Massenunruhen. Nun droht ihm eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Das Vorgehen der weißrussischen Behörden löste im Westen massive Kritik aus.
Die meisten übrigen Passagiere reisten nach langer Verzögerung weiter nach Vilnius.
Ex-CIA-Mitarbeiter Edward Snowden (Archiv) - SNA, 1920, 24.05.2021
Whistleblower Snowden nennt Zwangslandung von Ryanair-Maschine in Minsk „empörend“
Es hatte bereits mehrere Fälle gegeben, bei denen ein Staat ein Zivilflugzeug zur Notlandung gezwungen hatte. So musste 2013 die Maschine des damaligen bolivianischen Präsidenten Evo Morales auf dem Weg von Moskau in Wien landen, weil Frankreich und Portugal die Überflugrechte für das Flugzeug unerwartet verweigert hatten. Grund dafür war der Verdacht, dass sich der amerikanische Ex-Geheimdienstler und Whistleblower Edward Snowden, dessen Auslieferung die amerikanischen Behörden forderten, an Bord der Präsidentenmaschine befinden könnte. Snowden wurde jedoch bei der Durchsuchung des Flugzeugs nicht an Bord gefunden.
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