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Stiko-Chef dämpft Spahn – Diese Frage muss bei Impfung von Kindern im Vordergrund stehen

© AFP 2021 / INA FASSBENDERKinder tragen Gesichtsmasken, wenn sie am 22. Februar 2021 im Rahmen der neuartigen Coronavirus-Covid-19-Pandemie den Schulunterricht an der Petri-Grundschule in Dortmund, Westdeutschland, besuchen.
Kinder tragen Gesichtsmasken, wenn sie am 22. Februar 2021 im Rahmen der neuartigen Coronavirus-Covid-19-Pandemie den Schulunterricht an der Petri-Grundschule in Dortmund, Westdeutschland, besuchen. - SNA, 1920, 25.05.2021
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Sollten die Corona-Impfstoffe bald auch für Kinder zugelassen werden, ist die Ständige Kommission (Stiko) am RKI dann für eine Empfehlung in Deutschland zuständig. Doch gerade der Stiko-Vorsitzende, Thomas Mertens, zeigt sich eher zurückhaltend - anders, als Gesundheitsminister Jens Spahn.
So ist die Rückkehr zum Präsenzunterricht nach der Ansicht von Mertens kein entscheidender Grund für die Corona-Impfung von Kindern. Im Vordergrund müsse die Frage stehen, wie hoch die Gefährdung der Kinder durch eine Infektion mit dem Coronavirus sei, sagte Mertens am Dienstag im Deutschlandfunk.
Bislang seien erst 1.100 Kinder im Rahmen von Studien geimpft worden, argumentierte Mertens dabei. Dabei habe sich das Vakzin als wirksam und unproblematisch gezeigt. Die Impfkommission müsse jedoch klären, wie hoch das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für Kinder und Jugendliche sei und ob deshalb eine Impfung empfohlen werden solle. Auch Privatleben oder Urlaub mit den Eltern seien sekundäre Argumente, „die für sich alleine genommen keine ausreichende Begründung liefern, um jetzt alle Kinder zu impfen“, so Mertens.
Die Stiko will in den nächsten zehn bis 14 Tagen dazu beraten. „Es kann sein, dass die Stiko den Vorstellungen der Politik nicht in allen Punkten nachkommen kann, da die Ergebnisse das unter Umständen nicht hergeben“, deutete Mertens an. Die Erwartungen an eine schnelle Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen sind bis dahin etwas gedämpft worden.

Spahn verspricht Impfangebot für ältere Kinder noch bis Schulanfang

Gesundheitsminister Spahn (CDU) hatte zuletzt Schülerinnen und Schülern in Aussicht gestellt, bis Ende August ein Impfangebot zu erhalten. Die Europäische Gesundheitsbehörde EMA prüft aktuell, ob sie den Impfstoff von Biontech für ältere Kinder ab 12 Jahren empfiehlt. In den USA wurde der Biontech/Pfizer-Stoff für die zwischen zwölf- und 15-Jährigen bereits zugelassen.

Müssen Kinder unbedingt geimpft werden?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sowie weiteren Experten und Forschern tragen Kinder aktuell nicht überproportional zum Infektionsgeschehen bei. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kinder und Jugendliche sogar weniger ansteckend sind als Erwachsene. Dabei sind sie bekanntlich am wenigstens von Covid-19-Erkrankungen betroffen. Bis Ende April wurden dem RKI insgesamt elf Todesfälle bei unter 20-Jährigen übermittelt, die meisten Fälle traten bei den 15- bis 19-Jährigen auf.
Schon öfter werden bei Kindern jedoch Langzeitfolgen von Long-Covid dokumentiert, also Fälle von Müdigkeit und Schwäche lange nach der Corona-Infektion. Umfangreiche Daten aus Deutschland zu dem Thema gibt es bislang jedoch nicht.
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Ob man Kinder mit Blick auf diese Informationen wirklich impfen lassen muss, ist sich die Öffentlichkeit nicht einig. Bei dem Thema gibt es sowohl Hoffnungen als auch Kritik. Während die inzwischen zurückgetretene Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) Kinder und Jugendliche etwa vorrangig impfen lassen will, hält etwa der Präsident der Ärztekammer Hamburg „politische Vorstöße, eine regelhafte Impfung von Kindern und Jugendlichen zu fordern oder gar die Teilnahme am Präsenzunterricht vom Impfstatus gegen Covid-19 abhängig zu machen“, zum jetzigen Zeitpunkt und nach allen bekannten Fakten für nicht angemessen. Andere Experten und Politiker wie der Linken-Veteran Oskar Lafontaine weisen darauf hin, dass die Langzeitfolgen nach einer Covid-19-Impfung noch nicht bekannt sind.
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