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Krisenfest oder „leere Baustellen und Lieferengpässe“ im Sommer? Neue Zahlen zur Baubranche

© CC0 / 12019 / PixabayBauarbeiter (Symbolbild)
Bauarbeiter (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.05.2021
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Das deutsche Baugewerbe kommt laut dem Statistischen Bundesamt gut durch die Corona-Krise. Vertreter der Bauindustrie widersprechen und verweisen auf momentane sowie künftige Probleme.
Einer aktuellen Rechnung des Statistischen Bundesamtes mit Sitz in Wiesbaden zufolge „schließt die Baubranche in Deutschland das erste Quartal 2021 mit einem Auftragsplus ab.“ Das meldeten seit Montagmorgen mehrere Medien, zuerst die Deutsche Presse-Agentur (DPA).
Sowohl preisbereinigt „als auch nominal“ übertrafen demnach die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe den Vorjahreszeitraum. Allein im März gingen in der Branche nach Information der Wiesbadener Behörde neue Bestellungen im Wert von 8,1 Milliarden Euro ein.

Milliardenschwere Bauinvestitionen

Das Bauhauptgewerbe umfasse die Errichtung von Gebäuden (Hochbau) sowie von Straßen, Bahnstrecken und Leitungen (Tiefbau). In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres soll es fast 92 Milliarden Euro an Investitionen in diesem Bereich gegeben haben.
Bereits kurz nach Veröffentlichung der neuesten Zahlen zum Bau durch das Statistische Bundesamt ordnete der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) diese kritisch ein.

„Holz und Kunststoffe teilweise jetzt schon nicht lieferbar“

Es sei zwar richtig, dass der Wohnungsbau „ein schmales Plus von zwei Milliarden Euro (+ 0,7 Prozent)“ erwirtschaftet habe. Aber „im ersten Quartal haben der Wintereinbruch und die planmäßige Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes die Baukonjunktur merklich eingebremst. Auch im März haben die Umsätze im Wirtschaftsbau mit circa 3,1 Milliarden Euro (- 5,0 Prozent) und öffentlichen Bau mit ca. 2,3 Milliarden Euro (- 2,0 Prozent) nicht das Vorjahresniveau erreicht“, kommentierte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa am Montag.

„Mit Blick auf die kommenden Monate machen uns die Probleme in der Lieferkette mit Baumaterial große Sorgen. Bei Kunststoffen und Holz bleiben vielfach Lieferungen aus, bei Stahl und Metallen gibt es deutliche Preiserhöhungen. So zeigt sich bei Holz jetzt eine Steigerung zum Vorjahreswert von 35,7 Prozent und gegenüber Dezember 2020 von immerhin 27,2 Prozent. Die Engpässe haben das Potenzial, die Baustellen im Sommer zum Erliegen zu bringen. Unsere Unternehmen befürchten Baustellenstopps und Kurzarbeit.“

Bei den Auftragseingängen sehe der Bauverband „sowohl Licht als auch Schatten.“ Umso wichtiger bleibe es, dass der Staat seiner Funktion als „Auftraggeber“ für Bauprojekte nachkomme. „Während die Nachfrage im Wohnungsbau hoch bleibt, ist die Nachfrage aus der Wirtschaft weiter volatil“, also unkalkulierbar.
Fichtenwald (Symbolbild)  - SNA, 1920, 02.05.2021
Versorgungsmangel: Bund schränkt Holzfällen in Fichtenwäldern ein – und erntet Kritik

Prophezeite Baukrise

Nach Angaben des Bundesamtes in Wiesbaden fiel der Wirtschaftsrückgang Deutschlands zum Jahresbeginn lediglich „geringfügig höher aus“ als zunächst befürchtet. „Positive Impulse kamen im ersten Quartal vor allem von den Bauinvestitionen, die preis-, saison- und kalenderbereinigt“ gestiegen seien im Vergleich zum letzten Quartal 2020.
Eine Krise im Baugewerbe „trotz Boom im Wohnungsbau“, sah das Online-Fachmagazin „Anlegen in Immobilien“ bereits Ende Januar voraus. Die „Baubranche sieht 2021 schwierige Zeiten auf sich zukommen“, hieß es damals. „Im Gegensatz zu den meisten anderen Branchen der deutschen Wirtschaft sei das Baugewerbe „verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen.“ So habe die Bauindustrie im vergangenen Jahr „mit 10.000 neuen Arbeitskräften rund 880.000 Beschäftigte geführt.“ Auch sei derzeitig kein Mangel an Auszubildenden zu beklagen.
Doch schon damals warnten hochrangige Vertreter des Wirtschaftszweigs vor weiteren Folgeproblemen durch die Pandemie. Einer der Gründe für den zeitlich „verschobenen“ Boom liege in der Bauzeit von Projekten, die in der Regel „sechs bis zwölf Monate“ dauern würden.
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