Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Ryanair-Vorfall in Minsk: Biden erwägt Optionen, „um Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen“

© AP Photo / Evan VucciUS-Präsident Joe Biden
US-Präsident Joe Biden - SNA, 1920, 25.05.2021
Abonnieren
US-Präsident Joe Biden hat die erzwungene Landung eines Flugzeugs von Ryanair in Minsk und die darauffolgende Festnahme des Gründers des regierungskritischen Telegram-Kanals „Nexta“, Roman Protassewitsch, heftig kritisiert. Er versprach Optionen, „um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“.
„Die erzwungene Umleitung eines kommerziellen Ryanair-Flugs, zwischen zwei EU-Staaten unterwegs, und die nachfolgende (…) Inhaftierung von Roman Protassewitsch, des belarussischen Journalisten, (…) sind ein direkter Verstoß gegen internationale Normen“, so Biden.
„Das ist ein abscheulicher Vorfall“, sagte er weiter. Das „offenbar unter Zwang“ entstandene Video von Protassewitsch nach seiner Festnahme sei ein „schändlicher Angriff“ auf politisch Andersdenkende und die Pressefreiheit.
Die USA schließen sich laut seinen Worten an zahlreiche Aufrufe zu einer internationalen Untersuchung an, „um den ganzen Sachverhalt festzustellen“
Unter anderem betonte der amerikanische Präsident, dass er die Berichte begrüße, wonach die EU zu den Wirtschaftssanktionen und anderen Maßnahmen aufgerufen habe, und bat sein Team, „angemessene Optionen“ zu erarbeiten, „um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“. Das solle in enger Abstimmung unter anderem mit der Europäischen Union erfolgen.
Hauptquartier der EU-Kommission in Brüssel - SNA, 1920, 24.05.2021
Nach Flug-Umleitung: EU verhängt Sanktionen gegen Belarus
Außerdem hatte laut dem Weißen Haus Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan ein Gespräch mit der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja. Die USA unterstützen die Forderung der Menschen in Belarus nach „Demokratie, Menschenrechten und grundlegenden Freiheitsrechten“, so Sullivan. Er kritisierte auch den jüngsten Vorfall mit einer Ryanair-Maschine.
Die weißrussischen Behörden hatten am Sonntag ein Flugzeug der irischen Airline Ryanair auf dem Weg von Griechenland nach Litauen mit Hilfe eines Kampfjets zur Landung in Minsk gebracht - angeblich wegen einer Bombendrohung. Nach EU-Angaben waren 171 Menschen an Bord, darunter Protassewitsch. Die meisten übrigen Passagiere reisten nach langer Verzögerung weiter nach Vilnius.
Ryanair-Maschine, mit der der weißrussische Oppositionelle Roman Protassewitsch nach Litauen flog, landet in Vilnius. 23. Mai 2021 - SNA, 1920, 24.05.2021
Moskau stuft Protassewitschs Festnahme als innere Angelegenheit Weißrusslands ein
Gegen den im Exil lebenden Mitgründer des Telegram-Kanals „Nexta“ und Chefredakteur eines weiteren Telegram-Kanals, dessen Name als „Belarus des Gehirns“ ins Deutsche übersetzt werden kann, wurden in Weißrussland mehrere Strafverfahren eingeleitet, darunter wegen der Organisation von Massenunruhen. Die beiden von ihm geleiteten Kanäle sind in Weißrussland als extremistisch eingestuft. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.
Es gab übrigens bereits Fälle, bei denen ein Staat ein Zivilflugzeug zur Notlandung zwang. So musste 2013 die Maschine des damaligen bolivianischen Präsidenten Evo Morales auf dem Weg von Moskau in Wien landen, weil Frankreich und Portugal die Überflugrechte für das Flugzeug unerwartet verweigert hatten. Grund dafür war der Verdacht, dass sich der amerikanische Ex-Geheimdienstler Edward Snowden an Bord der Präsidentenmaschine befand, dessen Auslieferung die amerikanischen Behörden forderten. Snowden wurde jedoch bei der Durchsuchung des Flugzeugs nicht an Bord gefunden.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала