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Lufthansa streicht Direktflüge nach Minsk – vorerst bis 3. Juni

© REUTERS / KAI PFAFFENBACHMaschinen der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa in Frankfurt (Archiv)
Maschinen der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa in Frankfurt (Archiv) - SNA, 1920, 25.05.2021
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Nach der Zwangslandung einer Ryanair-Maschine in Minsk hat die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa Direktflüge von Frankfurt in die weißrussische Hauptstadt gestrichen – vorerst bis zum 3. Juni.
"Aufgrund der aktuellen Lage und um unseren Fluggästen Planungsstabilität zu geben, streicht Lufthansa die Flüge von Frankfurt nach Minsk bis einschließlich 3. Juni", sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstagabend dem Portal Hessenschau. Davon sei auch schon der geplante Flug LH1488 am Mittwoch betroffen.
Das Unternehmen bedauere die Unannehmlichkeiten, die daraus entstünden, aber Sicherheit habe bei Lufthansa oberste Priorität, fügte der Sprecher hinzu. Auch bei allen anderen Flügen meide die Fluggesellschaft nun den Luftraum über Weißrussland. Vor allem Flüge nach Moskau müssten nun umgeleitet werden.

Kehrtwende nach Minsk

Nach einer mutmaßlichen Bombendrohung an Bord einer Ryanair-Maschine, die von Athen nach Vilnius flog, machte die Crew eine Wende nach Minsk. Weißrussischen Menschenrechtlern zufolge war der Mitgründer und Chefredakteur des regierungskritischen Telegram-Kanals Nexta, Roman Protassewitsch, an Bord.
Der Kanal gilt in Weißrussland offiziell als extremistisch. Der von der weißrussischen Justiz per Haftbefehl gesuchte Protassewitsch wurde gleich nach der Landung festgenommen. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren. Die Justiz in Minsk wirft dem Oppositionellen unter anderem vor, „Massenunruhen organisiert zu haben“. Bei einem Schuldspruch drohen Protassewitsch bis zu 15 Jahre Haft.

EU stuft Zwangslandung als Provokation ein

Die EU stufte die Zwangslandung der Ryanair-Maschine als Provokation mit dem Ziel, den regierungskritischen Blogger zu fassen, ein. Aus Protest gegen Protassewitschs Festnahme machte die Europäische Union ihren Luftraum für weißrussische Airlines dicht und erwägt nun weitere Restriktionen gegen die Ex-Sowjetrepublik.
Flugzeug der Lufthansa (Archivbild)  - SNA, 1920, 24.05.2021
Nach unterbrochenem Boarding in Minsk: Lufthansa wird belarussischen Luftraum vorerst meiden

Minsk weist Anschuldigungen zurück

Weißrussland weist die Anschuldigungen vehement zurück. Der Pilot habe selber die Entscheidung getroffen, in Minsk zu landen, niemand habe ihn dazu gezwungen, sagte der Befehlshaber der weißrussischen Luftwaffe und der Luftverteidigung, Igor Golub.
Minsk erklärte sich bereit, Aufzeichnungen von Gesprächen mit Fluglotsen zur Verfügung zu stellen. Dem Außenamt in Minsk zufolge hat bislang kein einziger europäischer Staat den Wunsch bekundet, sich über die wahre Sachlage zu informieren.
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