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Ein Jahr nach Zoff mit „Bild“-Zeitung: Drosten-Studie erscheint in „Science“

© AP Photo / Michael SohnVirologe Christian Drosten (Archivbild)
Virologe Christian Drosten (Archivbild) - SNA, 1920, 25.05.2021
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Der Virologe Christian Drosten hält an seiner Einschätzung zu einer Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus auch durch Kinder fest. Die Daten sind nun im Fachblatt „Science“ erschienen.
„Mein anfänglicher Eindruck einer ungefähr gleich großen Infektiosität aller Altersgruppen hat sich bestätigt, nicht nur hier, sondern auch in anderen Studien“, sagte der Berliner Coronaviren-Experte laut einer Mitteilung der Charité vom Dienstag.
Für die am Dienstagnachmittag publizierte Studie bestimmten Wissenschaftler um Drosten für mehr als 25.000 Covid-19-Fälle die sogenannten Viruslasten, also die Menge des Viruserbguts in der PCR-Probe.
„Die Erbgutkopien repräsentieren näherungsweise die Virusmenge im Rachen der Patienten und lassen daher Voraussagen über deren potenzielle Infektiosität zu“, erklärte die Charité.
Einbezogen wurden Menschen ohne Krankheitsanzeichen ebenso wie Patienten mit unterschiedlich schweren Symptomen bis hin zu Krankenhausfällen.
Bei Erwachsenen zwischen 20 und 65 Jahren zeigten sich demnach „keine nennenswerten Unterschiede“ bei der Viruslast. In den Proben der jüngsten Kinder zwischen null und fünf Jahren seien die niedrigsten Viruslasten gefunden worden, bei älteren Kindern und Jugendlichen hätten sich die Werte mit steigendem Alter denen der Erwachsenen angeglichen, heißt es weiter.
Die Werte von Kindern sieht Drosten durch eine andere Art der Probenentnahme im Vergleich zu Erwachsenen beeinflusst: Es würden deutlich kleinere Tupfer eingesetzt, die weniger als halb so viel Probenmaterial einbrächten. Statt der schmerzhaften tiefen Nasenrachen-Abstriche würden zudem oft einfache Rachenabstriche gemacht, in denen sich nochmals weniger Viruse befänden. Deshalb seien bei Kindern von vorn herein geringere Viruslast-Messwerte zu erwarten.

Streit mit „Bild“-Zeitung

Ende April vergangenen Jahres hatte das Institut für Virologie an der Berliner Charité, das Christian Drosten leitet, einen Zwischenstand zu einer neuen Corona-Studie veröffentlicht. Das Forscher-Team hatte untersucht, ob Kinder genauso ansteckend sein könnten wie Erwachsene. Der „Bild“-Redakteur Filipp Piatov forderte Drosten damals per Email auf, zu kurzen Zitaten anderer Wissenschaftler Stellung zu nehmen, die Kritik an der Studie übten. Die Zeitung gab dem Virologen nur eine Stunde Zeit, um auf die Vorwürfe zu reagieren. Drosten ließ die E-Mail unbeantwortet, twitterte aber einen Screenshot der Mail mit den Worten „Ich habe Besseres zu tun.“
Rund eine halbe Stunde nach Ende der Frist veröffentlichte die „Bild“-Zeitung einen Artikel mit dem Titel „Fragwürdige Methoden: Drosten-Studie über ansteckende Kinder grob falsch“, welcher bundesweit für großes Aufsehen sorgte und zu einem öffentlichen Streit zwischen der Boulevard-Zeitung und dem Chefvirologen der Berliner Charité führte. In dem Artikel wurde vom Redakteur eine der wichtigsten Aussagen der Drosten-Studie verändert: „Kinder können genauso ansteckend sein wie Erwachsene“, hieß es im „Bild“-Artikel. Im Original der Studie hieß es jedoch „könnten genauso ansteckend sein“. Außerdem wurden die Zitate der kritischen Professoren stark verkürzt und auch als Kritik an der Person Drostens dargestellt, was nicht stimmt. Ebenso ist die interne Kritik aus Drostens Team frei erfunden.
Variante des Virusausbruchs - SNA, 1920, 25.05.2021
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