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In 50 Prozent der Fälle wirksam: Diabetes-1-Impfung schützt bei genetischer Veranlagung

Impfung (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.05.2021
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Eine Impfung gegen Diabetes des Typs 1 hat sich in einer Patientengruppe wirksam gezeigt, die ein bestimmtes Gen trägt. Die Genvariante trugen 50 Prozent der Probanden mit der Erkrankung. Das ist das Ergebnis einer Phase-II-Studie aus Schweden.
Diabetes des Typs 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Inselzellen in der Pankreas zerstört. Diese sind für die Produktion von Insulin verantwortlich, das den Zuckerspiegel im Blut regelt. Wird das Insulin nicht produziert, so steigt der Blutzucker unkontrolliert, was auf die Dauer zu unterschiedlichen Folgeerkrankungen führen kann.
Seit einigen Jahren ist in der Forschung bekannt, dass Antikörper, die das Protein „GAD65“ in der Bauchspeicheldrüse angreifen, ein verlässliches Anzeichen für die Erkrankung sind. Erfreulicherweise lassen sie sich bereits in einem sehr frühen Stadium nachweisen. Das lässt Wissenschaftler hoffen, die Autoimmunreaktion in diesem frühen Stadium durch geeignete Gegenmaßnahmen zum Erliegen zu bringen und die Zerstörung von Inselzellen damit zu verhindern.
Eine Gegenmaßnahme besteht darin, das Immunsystem toleranter gegenüber dem Protein aus der Bauchspeicheldrüse zu machen. Dazu wurde ein Impfstoff namens „GAD-alum“ entwickelt. Bei einem gerade erst einsetzenden Diabetes könnte die natürliche Insulinproduktion erhalten werden, so die Hoffnung. Klinische Studien zu dem Impfstoffansatz führten aber bislang zu keinem eindeutigen Ergebnis.
Diabetes-Test - SNA, 1920, 27.04.2021
Diabetes genauso erfassen wie Covid-Fälle – Deutsche Diabetes Gesellschaft
Eine Phase-II-Studie der schwedischen Linköping-Universität könnte den Grund dieser Uneindeutigkeit geklärt haben. Auch bei ihnen war das Ergebnis unklar, bei einem Teil schlug die Impfung an, bei einem anderen Teil. Bis die Forscher diese Untergruppen näher beleuchtet hatten und zu dem Ergebnis kamen, dass ein Gen hier den Unterschied macht.
Denn der Impfstoff wirkte bei Trägern einer Gen-Variante namens „DR3-DQ2“. Bei Studienteilnehmern, die diese Variante nicht haben, zeigte er sich dagegen wirkungslos. Sollte sich diese Entdeckung in einer großflächigeren Phase-III-Studie bewahrheiten, hätten Diabetes-1-Erkrankte Grund zur Hoffnung. Denn etwa die Hälfte der insgesamt 109 geimpften Studienteilnehmer verfügte über die Gen-Variante.
Die Insulinwerte aller Teilnehmer wurden zu Beginn der Studie und 15 Monate nach der Impfung gemessen. „Bei Patienten in der Untergruppe mit DR3-DQ2 hat die Insulinproduktion nicht so schnell nachgelassen wie bei den anderen Patienten“, erklärte der Forscher Johnny Ludvigsson, der an der Studie beteiligt ist. „Bei Patienten, die diesen Gentyp nicht hatten, konnten wir dagegen keinen nennenswerten Effekt beobachten.“
Der Forscher betonte aber auch, dass durch die Impfung nicht alle Inselzellen gerettet werden. Dennoch könnte auf diese Weise eine geringe Insulinproduktion gesichert werden, die für Blutzuckerwerte von sehr großem Wert ist. Auf lange Sicht hoffen die Forscher, auf der Grundlage ein Medikament entwickeln zu können, das in schätzungsweise 50 Prozent der Fälle vor Typ-1-Diabetes schützen soll.
Über die Studie hatte zuerst das Portal Newatlas berichtet. Sie wurde im Fachjournal Diabetes Care veröffentlicht.
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