Zweimal so viele Deutsche wie vor zehn Jahren halten das Land für kinderfreundlich – Studie

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Schwangerschaft (symbolbild) - SNA, 1920, 22.05.2021
Deutschland ist in den letzten zehn Jahren kinderfreundlicher geworden. Knapp die Hälfte der Deutschen hält das Land laut der jüngsten Studie des Marktforschungsinstituts GfK für kinderfreundlich, wie die Deutsche Presse-Agentur (DPA) am Samstag mitteilt.
Nach Ergebnissen der repräsentativen Online-Erhebung im Auftrag der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen fand fast die Hälfte (47 Prozent) der Befragten, dass Deutschland kinderfreundlich sei. Nach DPA-Angaben sei die Mehrheit zwar knapp, aber die Zahl sei im Vergleich zu 2010, als nur 21 Prozent in einer ähnlichen Umfrage die Frage nach der Kinderfreundlichkeit ihres Landes bejaht hatten, bedeutend höher. Der Wunsch nach Unabhängigkeit fiel unter den Deutschen jetzt deutlich geringer aus. Während sich 61 Prozent der Probanden im Jahr 2011 gegen eine Familiengründung aussprachen, waren es diesmal nur noch 45 Prozent.
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Der Leiter der BAT-Stiftung, Prof. Ulrich Reinhardt, erklärt diesen Wandel durch bessere Betreuungsangebote für Kinder und staatliche Unterstützungsmaßnahmen.
„Auch vereinfachen digitale Partnerbörsen es, den richtigen Partner zu finden, und die Sorge vor dem falschen Zeitpunkt verringert sich durch bessere Möglichkeiten, später schwanger werden zu können“, betonte er.
Die Studie des GfK-Instituts ergab zudem, dass sämtliche Argumente gegen die Familiengründung in Deutschland innerhalb der letzten zehn Jahre etwas an Bedeutung verloren haben. So stimmten diesmal nur 52 Prozent der Probanden zu, nicht jeder könne oder wolle sich Kinder leisten, was sieben Prozentpunkte weniger als im Jahr 2011 sind.
Die Ansicht, dass die Karriere Vorrang vor der Familiengründung habe, vertraten aktuell 47 Prozent der Deutschen, wogegen es vor zehn Jahren noch 52 Prozent waren. Knapp die Hälfte der Leute (47 Prozent gegen 49 Prozent im Jahr 2011) in Deutschland glauben heute, die Karriere lasse sich nur schlecht mit einer Familie vereinbaren. Professor Reinhardt erklärte, dass Angst der „Hauptgrund gegen Kinder“ bleibe.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden über 773.000 Kinder in Deutschland im Jahr 2020 geboren. Vor zehn Jahre waren es beinahe 100.000 weniger gewesen (677.947).
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