Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Umfrage zur Fußball-WM in Katar: Mehrheit in Deutschland für Boykott

© SNA / Jewgenij Odinokow / Zur BilddatenbankLogo der Fußball-WM 2022 in Katar
Logo der Fußball-WM 2022 in Katar  - SNA, 1920, 22.05.2021
Abonnieren
Fast zwei Drittel der Befragten in Deutschland lehnen eine Teilnahme der deutschen Fußball-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 2022 in Katar wegen der Zustände in dem Gastgeberland ab. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Infratest dimap im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks.
Dem Bericht zufolge sind 65 Prozent der Studien-Teilnehmer der Meinung, dass die deutsche Nationalmannschaft nicht zu dem Turnier reisen sollte. Lediglich 26 Prozent sprachen sich gegen einen Boykott aus. Neun Prozent sind unentschieden oder machten keine Angaben.
FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht während eines zweitägigen Besuchs mit Patrice Motsepe, Präsident von CAF, Afrikanischem Fußballverband (nicht abgebildet) in Abidjan, Elfenbeinküste, 4. Mai 2021. - SNA, 1920, 21.05.2021
Weltfußballverband gegen Super League – FIFA-Chef Infantino stellt klar
Die Erhebung unterscheidet zwischen Fußballinteressierten und Nichtfußballinteressierten. Unter den an Fußball interessierten Probanden meinten 61 Prozent, die WM sollte boykottiert werden. 33 Prozent plädieren für eine Teilnahme.
Für die repräsentative Umfrage wurden laut der Deutschen Presse-Agentur 1198 Wahlberechtigte am 10. und 11. Mai 2021 in Telefon- und Online-Interviews befragt. Die konkrete Frage lautete: „Die nächste Fußball-Weltmeisterschaft findet 2022 in Katar statt. Nach Berichten über schlechte Arbeitsbedingungen und tödliche Arbeitsunfälle beim Bau der Infrastruktur für die WM überlegen verschiedene Länder, die WM im kommenden Jahr zu boykottieren und ihre Mannschaften nicht zum Turnier nach Katar zu entsenden. Wie sollte sich Deutschland verhalten?“
Der Deutsche Fußballbund DFB wollte sich dem Rundfunk zufolge nicht zu den aktuellen Umfrage-Ergebnissen äußern. Zuvor hatte der DFB die WM-Vergabe an das Wüstenemirat in Hinsicht auf Menschenrechte und Nachhaltigkeit als problematisch bezeichnet. Einen Verzicht auf die Teilnahme an dem Turnier halte man aber „für nicht zielführend“.
Fußballspieler Dennis Aogo (Archivbild) - SNA, 1920, 14.05.2021
Aogo hält Lehmann-Rauswurf wegen „rassistischer Äußerung“ für falsch – Palmer-Thema für ihn erledigt
Die FIFA-Weltmeisterschaft soll vom 21. November bis 18. Dezember 2022 steigen. Katar steht international immer wieder wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Im Februar schrieb die britische Zeitung „The Guardian“, dass in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6500 Arbeiter aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka in Katar gestorben seien.
Die Regierung des Emirats erklärte, dass sie in den vergangenen Jahren mit Reformen die Lage der Arbeiter deutlich verbessert habe. Mehrere Nationen hatten sich im März zum Start der WM-Qualifikation in Europa für Menschenrechte eingesetzt und mit Protestaktionen auf die Lage hingewiesen. Katars Regierungsmitglied Thamer Al Thani hatte im Gespräch mit der DPA dagegen zuletzt auf „bedeutende Fortschritte“ im Land verwiesen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала