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Gold, Urin und Weg bis zum Mond und zurück: 15 wenig bekannte Fakten zur Zahnpasta

© CC0 / Pixabay / zhuwei06191973Zahnbürste und Zahnpasta
Zahnbürste und Zahnpasta - SNA, 1920, 21.05.2021
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Sie steht fast bei jedem im Badezimmer. Ohne sie zu verwenden, wagt man sich kaum aus dem Haus. Für Astronauten wurde das Ding speziell neu entwickelt, und die alten Römer stellten sie mit Urin oder Mäusehirn her. All dies gilt für die Zahnpasta! SNA präsentiert Ihnen einige ungewöhnliche Fakten aus der Geschichte dieses Mundpflegeprodukts.
Am kommenden Samstag wird in den USA der sogenannte Tag der Zahnpastatube begangen. Am 22. Mai 1892 hatte der US-amerikanische Zahnmediziner und Kieferchirurg Dr. Washington W. Sheffield die erste Zahnpastatube aus eigener Herstellung im Land auf den Markt gebracht. Dieses Produkt wurde aber in einem anderen Land noch früher erfunden. SNA präzisiert nun, wo genau, und führt Sie hiermit durch die Meilensteine der Zahnpasta-Geschichte.
1.
Wissenschaftler glauben, dass die ersten Pasten rund um das 5. Jahrtausend vor Christus in Ägypten, China und Indien aufgetaucht sind. Also vor etwa 7000 Jahren.
2.
Die alten Ägypter stellten Zahnpasta aus zerkleinerten Pflanzenwurzeln her. Für frischen Atem spülten sie den Mund mit Kräuteraufgüssen, heißt es in der Oxford Enzyklopädie über Ägypten (The Oxford encyclopedia of ancient Egypt). Manchmal fügten sie der Mischung ein Pulver aus verbrannten Eierschalen oder verbrannten Rinderhufen hinzu.
3.
Eine der frühesten Erwähnungen von Zahnpasta findet sich laut einigen Angaben in einem ägyptischen Manuskript aus dem 4. Jahrhundert nach Christus. Das Rezept beinhaltete eine Mischung aus gemahlenem Salz, Pfeffer, Minzblättern sowie Irisblüten.
4.
Die antike römische Zahnpasta enthielt Urin, was für einen modernen Menschen ekelhaft klingen mag. Dass Urin sogar recht hilfreich bei der Zahnpflege war, liegt am darin enthaltenen Ammoniak. Die chemische Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff wirkt reinigend, so die Wissenschaftler. Die Römer kochten zudem Frösche in Essig aus, um den Mund damit zu spülen. Der Mischung wurden auch geriebene Muscheln beziehungsweise Knochen oder andere abrasive Materialien hinzugefügt. Noch exotischer ist eine weitere Komponente – nämlich … das Gehirn von Mäusen, es wurde mit Bikarbonat Natrium gemischt.
5.
Mit den Kreuzfahrern kam im 12. Jahrhundert erstmals Zucker aus dem Orient nach Europa. Ihn konnten sich nur jene leisten, die gut bei Kasse waren. So führte dies nun unter den Wohlhabenden zu einem hohen Kariesaufkommen. Schwarze Zähne galten also deshalb als Statussymbol.
6.
Das Zähne­putzen galt im Mittelalter meistens als reine Frau­en­sache, denn Zahn­schmerz wurde als gott­ge­wollte Prüfung ange­sehen. Im 18. Jahr­hun­dert galten Männer, die ihre Zähne putzten, als deka­dent, erläutert das Portal Information-Mundgesundheit.
7.
Fast bis zum Ende des 19. Jahrhunderts putzte die Menschheit die Zähne mit Zahnpulver. Es wurde in kleinen Papierpäckchen verkauft, was beim Gebrauch nicht besonders bequem war. Der in England geborene amerikanische Unternehmer William Colgate startete 1873 die Massenproduktion von Zahnpasta in Glasflaschen, was auch nicht besonders praktisch war.
8.
Als Erster hatte die Zahnpasta in Tuben, wie sie aus dem Künstlerbedarf bekannt waren, das chemische Unternehmen des Wiener Großindustriellen Friedrich Albert Sarg hergestellt. Die Firma F. A. Sarg’s Sohn & Co. brachte die Neuheit im Jahr 1887 unter dem Namen „Kalodont“ in die Regale. Für das Produkt warb sogar die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt in Paris, die als eine der berühmtesten Darstellerinnen ihrer Zeit galt und einer der ersten Weltpromis war.
9.
Die deutsche Zahnpasta Chlorodont war eines der ersten Mundpflegeprodukte dieser Art, die in Russland verkauft wurden. Eine Filiale des Herstellers Leowerke war 1926 im Zentrum Moskaus eröffnet worden.
10.
In den 1980ern wurde die essbare Zahnpasta entwickelt. Dies vor allem für Astronauten, denn Zähne ohne fließendes Wasser zu putzen, ist ziemlich schwierig.
11.
Auf dem Markt werden Zahnpasten nicht nur mit Kräuter oder Beerengeschmack verkauft. Es gibt sie auch mit Cola-, Kuchen-, Whiskey- oder sogar Bacon-Geschmack. Also wirklich für jeden Geschmack.
12.
Das Produkt unter dem Markennamen „Theodent 300“ gilt als die teuerste Zahnpasta der Welt. Eine goldverzierte Tube kostet rund 100 US-Dollar. Ihr Inhaltsstoff stammt aus der Kakaobohne und soll den Zahnschmelz stärken und remineralisieren.
13.
Die beliebteste Zahnpasta-Marke ist bei den Deutschen Colgate. Auf dem zweiten Platz sind Handelsmarken von Supermärkten und Drogeriemärkten zu sehen. Dann folgen Blend-a-med, Odol med 3, Signal und andere Markennamen. Das folgt aus dem Bericht „Die Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA) Touchpoints 2021“, die von der Arbeitsgemeinschaft Verbrauchs- und Medienanalyse herausgegeben worden ist. Die VuMA-Analysen gibt es seit 1995 und zählen zu den bedeutendsten Markt-Media-Studien in Deutschland.
14.
Im Jahr 2020 gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre rund 40 Millionen Menschen, die mehrmals täglich Zahnpasta oder Zahngel verwendeten, besagen Statistiken. 19 Millionen machen es täglich. Mehr als eine Million tun es mehrmals pro Woche. Rund 200.000 verwenden diese Produkte ungefähr einmal pro Woche, die anderen 280.000 ca. ein- bis zweimal pro Monat. Über zwei Millionen nutzen sie noch seltener. Mehr als sechs Millionen Deutsche tun es überhaupt nicht.
15.
Rund 410 Millionen Zahnpasta-Tuben landen in Deutschland jährlich auf der Zahnbürste. Das wäre eine Zahnpasta-Schlange, die zweimal bis zum Mond und zurück reicht, schreibt das Portal Zahn.de.
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