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Weißes Haus gesteht ein: Gaspipeline Nord Stream 2 kaum zu stoppen

© SNA / Dmitri Leltschuk / Zur BilddatenbankBau der Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland (Archiv)
Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland (Archiv) - SNA, 1920, 20.05.2021
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Washington hat die Schwierigkeit anerkannt, den Fertigbau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland noch kurz vor seinem Abschluss zu stoppen. Nach der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden sei die Leitung bereits zu 95 Prozent fertig gewesen, sagte Regierungssprecherin Jen Psaki am Donnerstag in Washington.

"Aber wir bestehen weiterhin darauf, dass (die Pipeline) eine schlechte Idee, kein guter Plan ist (…) Aber wie können wir ein Projekt stoppen, das in einem anderen Land umgesetzt wird?“, fragte Psaki.

Dennoch hätten die USA mit ihren gegen das Projekt verhängten Sanktionen „spürbare Schritte“ unternommen, fügte sie hinzu.
Zuvor hatte US-Außenminister Antony Blinken erklärt, dass die Einstellung der gegen die Betreiberfirma Nord Stream 2 AG, ihren Chef und einige Mitarbeiter geltenden Sanktionen im Interesse Washingtons wäre.

Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2

Die Pipeline Nord Stream 2 hat einen geschätzten Wert von rund 9,5 Milliarden Euro. Erdgas aus Russland soll in die EU durch zwei parallel verlaufende Stränge von mehr als 2400 Kilometern Gesamtlänge fließen – bis zu 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.
Der Anlandepunkt für Nord Stream 2 liegt am Greifswalder Bodden neben der ersten Nord-Stream-Leitung. Er wird mit der Gasaufnahmestation von Gascade - einer Tochter von Wintershall und Gazprom - verbunden. Die Gesamtfläche der Aufnahmestation beträgt 11,9 Hektar. In der Station wird das russische Gas noch einmal gefiltert, der Druck in der Rohrleitung gesenkt, das Gas angewärmt und gemessen. Anschließend kommt es über die Anbindungsleitungen NEL und EUGAL ins Gastransportsystem der Europäischen Union.

Gegner und Befürworter des Projekts

Mehrere Länder stemmen sich gegen das Projekt. Die USA befürchten eine zu starke Abhängigkeit Europas von russischem Gas und wollen das Projekt mit Sanktionen stoppen, um russisches Pipelinegas in Europa durch ihr deutlich teureres verflüssigtes Erdgas (LNG) zu ersetzen.
Auch osteuropäische Staaten wie Polen und die baltischen Länder lehnen die Pipeline ab. Die Ukraine befürchtet schwere Einbußen nach einem möglichen Wegfall des russischen Gastransits durch ihr Territorium wie auch den Verlust ihres Status als eines wichtigen Gastransitlandes.
Die Bundesregierung verwies immer wieder darauf, dass es sich um ein wirtschaftliches Projekt handelt. Nun gerät sie aber immer stärker unter Druck, entschied sich aber trotzdem für den Bau. Auch Österreich plädiert für die Umsetzung des Projekts.
Nord Stream 2, Rügen (Archivfoto) - SNA, 1920, 20.05.2021
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Bauabschluss voraussichtlich zum Jahresende

Am Fertigbau der Leitung sind die russischen Rohrlegeschiffe “Fortuna” und “Akademik Cherskiy” im Einsatz. Die beiden Schiffe wurden in die Ostsee verlegt, nachdem Spezialschiffe des schweizerischen Offshore-Dienstleisters Allseas Ende 2019 vom Bau der Pipeline abgezogen worden waren. Grund für den Rückzug waren Sanktionsdrohungen der USA.
Dem Aufsichtsratschef des russischen Konzerns Gazprom, Viktor Subkow, zufolge, dürften die Arbeiten zum Jahresende abgeschlossen sein.
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